Zwischen Bora Bora und Pago Pago (by Vreni)

Zwei wunderbare Seetage zwischen diesen beiden Destinationen. Und man kann sich auch mit einem einfachen Gemüt die Namen merken wohin man gerade fährt. Denn unser IQ gleicht sich langsam Sealevel an. Und der ist Null. Immer.

Wo habe ich Euch verlassen? Eigentlich in Papeete. Kurze Nacht im Hotel und da ohne Gepäck alles sehr unkompliziert. Wir haben dann alles zusammengeklaut, was so herumlag. Da kennen wir nichts. Jeder ist sich selbst der Nächste.

Einchecken auf das wunderbare Schiff Seven Seas Mariner. Und wie schon erwähnt, der Réception das Gepäckproblem erklärt. Mein Problem war ja am nächsten Tag in Raiatea gelöst. Rémy ging dort mit seinen Mantas und Haien schnorcheln. Badehosen hat er ja. Und ich dachte, mit Haien schnorcheln kann ja auch so manches Problem lösen.

Meinen Ausflug habe ich in weiser Voraussicht abgesagt, irgendwie sah mir der Himmel nicht beständig genug aus, um sechseinhalb Stunden Kultur, Katamaranfahrt, BBQ auf einem Motu, das sind diese menschenleeren Inselchen vor den bewohnten Inseln, regenfrei zu überstehen. Und ich habe so Recht. Es hat angefangen massiv zu regnen.

Nun habe ich freie Zeit und erhöhe den Druck auf die Mitarbeiter der Réception. So alle Stunde wandere ich dort vorbei und erfrage den Stand der Dinge. Rémy`s Koffer wurde nun zur Chefsache erklärt. Nicht gerade dem Chef mit den vier Streifen, unserem Kapitän, aber immerhin habe ich es nun mit der Chefin der Réception zu tun. Die normalen Angestellten dort sind langsam etwas genervt von mir, und immer wenn sie mich sehen, ich sehe sie übrigens auch, hechten sie unter ihr Desk um Büroklammern zu suchen oder was weiss ich was.

Jedenfalls erklärt mir eben diese Chefin, dass sie dem Hafenagenten in Papeete ein mail geschrieben hat, aber leider noch keine Antwort da ist. Ich erkläre ihr dann so würdevoll wie möglich, dass das Telefon vor zwei Jahren ungefähr, glaube ich, erfunden worden ist und ich seine Telefonnummer habe. Und ob sie anrufen will oder ob ich das machen soll. Ich könne auch direkt auf dem Flugplatz anrufen. Lost and Found. Denn jedes Gepäckstück, dass auf dieser Welt mit Flugzeugen unterwegs ist, hat eine Nummer und das Tracking funktioniert eigentlich hervorragend.

Vor Jahren, als Rémy für das WEF in Jordanien sein Gepäck nicht bekam, rief er mich an ob ich da mal nachforschen könne. Und ich fand dann den Stand der Dinge sehr schnell heraus. 24 Stunden im Bombenkeller in Zürich, er hatte einen grossen Blei-Akku dabei. Und der ist völlig undurchdringlich für jedes Röntgengerät.

Da auf diesem Schiff die Kleidervorschriften eigentlich sehr moderat gehandelt werden: du darfst für den Speisesaal alles anziehen, aber keine Badebekleidung und keine Bluejeans . Und genau das war das Problem. Rémy hat Bluejeans und Badehosen, aber sonst nichts. Die Dame schickt dann den Schneider vorbei und Rémy bekommt ein Paar Kellnerhosen. Die ersten zwei Paare sind Hosen von einem Kellner aus den Philippinen oder Indonesien. Da passt nicht mal ein Bein von Rémy rein. Neuer Anlauf, das dritte Paar war dann von einem Russen oder so. Wir nicken das gnädig ab. Jedenfalls können wir nun im Speisesaal essen. Wir machen Fortschritte.

Nächster Tag Bora Bora. Üblicher Marsch an der Réception vorbei, bevor wir unsere Inselrundfahrt starten. Und Rémy findet das magische Zauberwort, um ordentlich Dampf zu machen. Lapidar meint er: bevor mein Koffer nicht hier ist, bekommt ihr die Hosen nicht zurück! Und die brauchen ihren Kellner, der nun in Unterhosen auf Kabine liegt und sich freut.

Und siehe da, wir kommen von unserem Ausflug auf Bora Bora zurück und das Gepäck ist da!

Es geht doch! Leid tut es mir für den Kellner.

Übrigens, Bora Bora ist meiner Meinung nach völlig überwertet. Es ist nett, es ist aber einfach eine Insel mit Palmen und so Zeug. Nichts was dich aus den Socken haut. Aber alle Honeymooner wollen dahin, für ein Schweinegeld.

Und nur weil die fünf Fünfsterne Hotels haben muss man da nicht unbedingt hin. Das kann man näher haben. Und Honeymoon ist überall schön. Rémy und ich hatten die auf der Baustelle unseres ersten Häuschens. Und wenn ich mich recht erinnere, war das eine sehr, sehr gute Zeit.

Morgen werden wir in Pago Pago auf Amerikanisch Samoa ankommen. Und wenn ich da auch wieder einwandern muss, drehe ich durch. Und ab Morgen sind wir Euch nur noch zehn Stunden hinterher. Wir holen auf.

Unser Motto ist: GO WEST.

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