Vreni’s last update: Wenn die Nacht zum Tag wird ……

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…… dann hast du entweder einen Beruf der das erfordert, oder du hast den totalen Jetlag. Bei mir und Rémy ist es der ultimative  Jetlag. Zehn Stunden Zeitunterschied kannst du in unserem Alter einfach nicht mehr so wegstecken. Wir sind zwar wieder zuhause, aber zeitmässig noch sehr am Üben.

Aber rein reisemässig seid Ihr noch lange nicht da, wo ich schon bin. Also wie immer schön der Reihe nach.

Geelong haben wir geschafft und ich freue mich auf den morgigen Seetag. Endlich wieder mal frei. Es gibt ja viele Passagiere, denen das nackte Entsetzen kommt, wenn sie das Wort Seetag hören. Nur, wenn du die Meere bereisen willst, kommt halt ab und zu so ein Tag vor. Das Meer ist nämlich sehr gross.

Und das Programm an so einem Seetag ist unglaublich. Die Schiffsleitung will ja schliesslich nicht, dass du gelangweilt herumhängst. Ich mache jeweils nichts, ausser mein geliebtes Puzzle, herumschwatzen, herumtrinken, lesen und essen. Aber leider haben sie uns unseren Puzzletisch abgeräumt. Irgendwie haben ein paar Passagiere eine extrem erhöhte Darmtätigkeit und dann ist auf einem Schiff der Teufel los. Alarmstufe Rot. Wir müssen vor Betreten jeder Futterstation immer die Hände mit so einem grässlichen Gel einreiben. Und alle Spiele, die mit direktem Körperkontakt verbunden sind, werden ersatzlos gestrichen. Und dazu gehört leider unser Puzzletisch. Wir sind ungefähr dreissig Hartgesottene, die sich an so einem Puzzle unglaublich vergnügen. Und im Moment haben wir ein richtig schwieriges Puzzle zu bewältigen. Und alle fassen natürlich dieselben Teile an und  nach jedem gefundenen Teil machen wir give me five. Das ist für die Gesundheitsdirektion hier leider zu viel sozialer Kontakt. Auch Händeschütteln darf man nicht mehr. So gucken wir uns halt tief in die Augen.

Nächster Tag Eden, immer noch Australien. Und, oh Überraschung! Wir können wegen der starken Dünung nicht tendern. Also kein Landausflug. Das weiss ich aber schon seit gestern Nacht. Ich war mutterseelenallein auf dem Pooldeck um noch eine Zigarette zu rauchen und ein Offizier will auch rauchen und bringt mir schonend bei, dass Eden wohl gestrichen wird. Ich habe ihn nur angestrahlt und gemeint, dass das wunderbar in mein Programm passt. Ich habe nämlich das Kontingent aller mir zustehenden Buskilometer für dieses Jahr schon  absolviert.

Also, noch ein freier Tag bis Sydney. Sehr schön. Obwohl, als wir nach dem Frühstück in unsere Kabine gehen um Bücher zu holen oder was weiss ich was zu machen, liegen auf unserem Bett unsere Koffer. Unmissverständlich wird dir so klargemacht: Pack mal schön deine Sachen und mach dich vom Acker. Rémy und ich gehören zur Kategorie, wer zuletzt packt, dem gehört noch der ganze Tag. Und da der Tag sinnvoll genutzt werden muss, wandern wir zum schiffseigenen Reisebüro und buchen unsere nächste Reise. Leider müssen wir nach dem Abendessen dann doch packen. Um elf Uhr nachts muss nämlich auch unser  grosses Gepäck vor der Kabine stehen. Sonst schleppst du selber.

Ankunft Sydney in aller Herrgottsfrühe. Und wir schaffen es, pünktlich aufzustehen. Denn die Einfahrt ist spektakulär. Haarscharf an der Oper vorbei.  Ausserdem dürfen wir im Stadthafen parkieren und da hat nur ein Schiff Platz. Fast direkt bei der Brücke und gegenüber der Oper. Mit dieser grandiosen Aussicht mümmeln wir ohne grosse Freude unser letztes Frühstück auf der Veranda. Der Champagner hilft nur bedingt gegen den Blues.

Abgeholt werden wir von Freunden. Lynda und Geoff, bei denen wir die nächsten drei Tage wohnen werden. Und statt dem Meeresrauschen rauscht nun für die nächsten drei Tage ein unglaublicher Verkehrslärm.

Lynda und Geoff kümmern sich sehr liebevoll um uns, obwohl wir es geschafft haben, ihre sehr aufgeräumte Wohnung in zehn Minuten extrem zu verändern. Wir müllen alles zu. Ist ja auch ein bisschen viel Gepäck für drei Tage. Und unser aller Lebensstil passt hervorragend zusammen. Und das heisst für die erste Stunde am Morgen: Sprich! Mich! Nicht! An!! So sitzen wir jeweils einträchtig und stumm auf den Sofas und jeder starrt in sein wie immer geartetes Gerät. Und macht das, was er für sinnvoll hält.

Und sie zeigen uns die Blue Mountains, sind an einem tollen New Orleans Jazz Gig. Geoff ist nämlich Musiker, Trompete und Gesang. Und der Bandleader dieser Gruppe. Wir besuchen einen wirklich gut gemachten Wildlife Park. Jetzt kennen wir alle Viecher dieses Kontinents. Wir haben in der Bucht Fish and Chips gegessen. Und, und, und….. Sie haben alles gegeben und obwohl ich ein absoluter Hotelmensch bin, es hat mir gefallen. Ich bin aber immer noch ein Hotelmensch.

Nun, alles hat ein Ende. So bringt uns Lynda zum Flughafen und unsere sehr lange Heimreise beginnt. Fliegen heutzutage ist echt mühsam. Ich weiss nicht, wie viele Male wir durch irgendeinen Sicherheitscheck müssen und sie uns scannen. Laptop raus, Flüssigkeiten raus, elektronische Geräte raus aus dem Handgepäck. Jacken und Pullover ausziehen. Eigenartigerweise dürfen wir unsere Schuhe immer anbehalten.

Erste Etappe, Sydney-Guangzhou, China. Wir fliegen mit China Southern Airlines. Sehr angenehmer Flug, obwohl sehr lange. Wieder Sicherheitscheck. Minus zwei Feuerzeuge. Aber sie haben ein Herz für Raucher. In der Raucherlounge hat es so einen Apparat, da steckst du deine Zigarette hinein und dann brennt sie. Aber Vreni hat immer Streichhölzer dabei. Die nehmen sie dir nie weg. Ich bin sehr reisegeübt. Dann Guangzhou-Amsterdam, immer noch mit China Southern. Noch längerer Flug. Und wieder sehr, sehr angenehm. Ein paar Filme angeschaut, echt gut gegessen, sogar etwas geschlafen. In Amsterdam eine weitere sportliche Höchstleistung vollbracht. In der Disziplin Spurt durch einen Flughafen bin ich langsam sehr geübt. Ich werde nie mehr Flüge mit einer Umsteigezeit unter zwei Stunden buchen. Aber wenigstens habe ich mein Fitnessprogramm für dieses Jahr auch hinter mir. Halleluja!  Amsterdam-Zürich verläuft reibungslos. In Zürich treffen wir dann Rémy’s Mama und Evi. Und hängen total in den Seilen, praktisch schon ausgezählt. Wir waren fast zwei Tage unterwegs. Und die zehn Stunden Zeitdifferenz schleckt auch keine Geiss weg. Meine Geiss jedenfalls nicht. Der Flug nach Lugano ist dann wirklich nur noch ein Hüpferchen und Gianni steht pünktlich am Flugplatz um uns nach Hause zu bringen. Erzählt, dass er unsere Heizung etwas auf Vordermann bringen musste, neues Expansionsgefäss. Weil Elisabeth, die beste Katzenmama und unglaublich gute Weihnachtsguetzlibäckerin, aber auch liebe, liebe Freundin ihn angerufen hat, dass irgendwas in diesem, unserem Haus nicht mehr stimmt. Trudi hat für uns eingekauft, damit wir kalorientechnisch ausgerüstet sind und Marlis und Ernesto empfangen uns mit einer wunderschönen Orchidee. Wir danken Euch allen von Herzen, dass Ihr es uns immer wieder ermöglicht, ein längeres Time out zu nehmen. Und das geht ohne Eure Mithilfe einfach nicht. Grazie di cuore!

Und Rémy, es waren wunderbare fünf Wochen mit Dir zusammen. Der Alltag zuhause ist ja oft anders. Und Ich brauche immer Zeit, Raum und Luft für mich alleine. Ich danke Dir dafür, dass Du mich leben lässt, wie ich es für mich richtig finde. O.k. Du darfst auch leben wie Du willst. Aber das weisst Du ja.

Wir danken Euch allen für Eure Feedbacks, in welcher Form auch immer. Es hat uns immer riesig gefreut von Euch zu hören, besser gesagt zu lesen.

So wünschen wir Euch ein freundliches und schönes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein neues Jahr. Was immer es uns bringen wird. Wir werden sehen…..

Auf zu neuen Ufern!

Vreni und Rémy

 

Und dann ging’s nach Hause … (by Rémy)

Und dann hiess es Abschied nehmen und Packen – unser Heimflug verlief im Gegensatz zur Anreise ereignislos … sogar das Gepäck schaffte es in time zurück bis Agno …

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Tiefenentspannt ging der 12 1/2 stündige Rückflug von Guangzhou nach Amsterdam dann durch die Nacht und darum gibt es auch keine Bilder davon – von Amsterdam nach Zürich flogen wir dann mehr oder weniger zwischen den Wolken  …

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Den Zwischenhalt in Zürich Kloten nutzten wir zu einem Zmorge mit Mami und kaum daheim, begann es wunderbar zu schneien und es kommen doch noch leise Weihnachtsgefühle auf …

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Diese Bilder der 7. Etappe von Vreni & Rémy’s Around-the-World-Trip erheben überhaupt keine fotografischen Ansprüche ausser dass es für uns Ferien-Erinnerungen sein sollen – Schnellschüsse mit dem Smartphone … ohne all zu viel Zeit dafür zu opfern, das mach ich sonst das ganze Jahr durch und ich möchte Vreni in den Ferien damit nicht auch noch auf den Wecker gehen … 😉

Zur Aufbereitung eignet sich dieser einfache Blog recht gut, auch wenn es mit dem upload per Satellitenverbindung (keine Angst, alles included im Cruise Preis!) manchmal etwas gar nervig lang geht und ich darum wirklich alles sehr einfach zu halten versuche.

Ich hoffe, damit das rege Interesse vieler Daheimgebliebenen und im Lehnstuhl Mitreisenden ein wenig gestillt zu haben – wer mehr von unseren Reisen sehen möchte darf uns ruhig besuchen kommen, da liegen dann schöne und ausführliche Fotobücher zur Ansicht bereit!

Die Infos und Dokus liegen mehr oder weniger bereit – und mit diesem letzten Bild wird auch noch das Rätsel um Rémy’s Locher gelüftet …

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Photos Sydney / Australia (by Rémy)

Ankunft im Hafen von Sydney, auch bei nicht so tollem Wetter ein Hingucker …

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Unsere Schiffsreise ist hier zu Ende – aber unsere Ferien noch nicht ganz, besuchten wir doch zum Abschluss Lynda & Geoff Bull, die sich herzlich um uns kümmerten und nach einem sehr schönen New Orleans Jazz Gig in Sydney auch mit uns in die Blue Mountains fuhren und uns mit dem Besuch in einem Wildlife Park viele typische Australische Tiere näherbrachten – thanks a lot !

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Es geht immer weiter … (by Vreni)

Während wir gestern Abend friedlich unsere Drinks in der Horizonbar abgearbeitet haben, findet auf dem Pooldeck eine Helikopterrettung für einen unserer Mitpassagiere in Not statt. Das ist fünf Decks über uns und wir haben nichts mitgekriegt. Unglaublich, immerhin müssen sie das ganze Pooldeck von Liegestühlen, Tischen, Stühlen und was da sonst noch steht räumen, der Arzt wird dann aufs Deck abgeseilt, der Patient in’s Netz geladen und ab geht’s. Der Lärm des Helikopters war scheinbar ohrenbetäubend und wir hocken einfach ein paar Meter unterhalb, sind guter Dinge und hören nichts.

Aber das war gestern Abend und mit Euch bin ich erst an den neuseeländischen Fjorden. Am späteren Morgen erster Fjord, Duskey Fjord. Das Wetter ist nicht so atemberaubend, aber Rémy und ich sind immer very clever. Wir haben uns schon rechtzeitig einen Fensterplatz in der Observation Lounge gesichert. Und dann geht die Post ab, ungefähr fünfhundert Mitpassagiere wollen auch in diese Lounge. Wir begucken diesen Fjord und begucken auch den nächsten, den Doubtful Fjord. Vom Sessel geworfen haben mich die beiden aber nicht.

Der dritte Fjord war dann grosses Kino. Milford Sound. Bei strahlendem Sonnenschein und viel, viel Wind. Überhaupt, in Neuseeland windet es unglaublich, da musst du ein gewisses Grundgewicht haben damit du nicht weggeblasen wirst. Rémy arbeitet sehr intensiv an diesem Gewicht.

Nächster Tag Tasmanien: Ausflug „The Majestic Cradle Mountain“. Lange Busfahrt um dahin zu gelangen. Es ist ein See und dahinter hat es ein paar Berge. Meine Mitreisenden sind ausser sich vor Freude. O.k. Aber ich habe schon ganz andere Berge gesehen. Trotzdem, es ist ein schöner Ausflug, nur habe ich langsam eine Busallergie.

Dann zwei Tage Melbourne. Der erste Tag ist sehr erholsam. Wir sind mit Puffing Billy unterwegs. Puffing Billy ist eine antike Dampfbahn und führt uns durch eine wunderschöne Landschaft. Mit Billy wäre ich bis nach Hause gereist. Aber Billy will nicht. Muss ich halt so akzeptieren.

Zweiter Tag Melbourn: Past and Present. Auf Deutsch, die kurven dich durch die Stadt und erklären dir was da so war und jetzt ist. Auf dem Eureka Skydeck 88 sind wir auch, tolle Aussicht und ein absolut empfehlenswertes Klo. Ich glaube, mein nächstes Projekt, wenn ich nächstes Jahr in Ehren pensioniert werde, ist ein Kloführer.

Unsere Reiseleiterin, sicher über achtzig, gehört eher der Vergangenheit an. Bei allem was sie so erklärt kommt am Schluss immer: ich bin mir zwar nicht sicher oder ich glaube, dass es so war oder so ist. Auch sonst hat sie viele, sehr originelle Ideen. Unser Busfahrer Nathan muss ab und zu eingreifen und gewisse Sachen richtigstellen. Beim Botanischen Garten geben wir auf und verlassen die Truppe. Wir haben dann selbständig und ohne konfuse Erklärungen dort den Shrine of Remeberance gefunden und angeschaut. Ist eines der grössten Kriegsdenkmäler in Australien. Der Botanische Garten ist dann unserem Durst und Hunger zum Opfer gefallen. Jeder muss Opfer bringen, und sei es ein botanischer Garten. Aber nicht immer wir! So finden wir am Yarra River ein unglaublich belebtes und lautes Lokal. Essen Austern, also nur Rémy und Fish and Chips. Die besten, die ich je hatte. Anschliessend auf zum Riesenrad. Weil, ich habe einen Knall. Überall wo wir sind muss ich auf den höchsten Turm und falls vorhanden mit einem Riesenrad eine Runde drehen. Erst dann kannst du überhaupt die Grösse einer Stadt erfassen. Der Rückweg mit ÖV zum Hafen ist dann etwas beschwerlich. Remy ist ziemlich angepisst, weil er mich nicht auf dem kürzesten Weg zum Schiff bringen kann. Für einen Orientierungsläufer ist das eine Frage der Ehre. Aber das Bus- und Tramsystem ist sehr undurchschaubar. Ich hätte es auch nicht gecheckt. Nach mehreren vergeblichen Tramfahrten, am Schluss sind wir immer am selben Ort gelandet, habe ich dann die Handbremse gezogen. Weil, das ist eine ganz normale Stadt, nur etwas grösser als Lugano und da fahren Taxis. Der erste Driver will nicht, weil Feierabend. Der zweite hat gesagt, kostet Zwanzig Aussie-Dollars. Da sitze ich schon im Taxi. Habe zwar keine Ahnung was so ein Aussie-Dollar wert ist, aber das ist mir momentan auch scheissegal, ich will einfach nach Hause. Auch der Driver googelt dann mal, wo der Hafen überhaubt ist. Und hat ihn auch gefunden! Melbourne ist eine wunderbare Stadt. Gerne wieder!

Nächster Tag Geelong: Ausflug Treetop Walk und Great Ocean Road. Also ab in den Bus. Wir fahren endlos durch die Gegend. Aber da ist einfach nichts. Steppe links, Steppe rechts. Ab und zu ein Baum und ein paar Strohballen. Der Reiseleiter gibt sein Bestes und erklärt dieses Nichts sehr, sehr ausführlich. Trotzdem schlafen ihm die Reiseteilnehmer weg. Warum ich das weiss? Normalerweise, wenn ein Reiseleiter sagt, meine Damen und Herren, zur Linken sehen sie dies und das, wusch, alle Köpfe nach links. Hier bewegt sich aber nichts mehr. Nach anderthalb Stunden Steppe kommen dann Millionen von Eukaliptusbäumen und Föhren. Ich bin auch langsam am Ende. Rémy schläft schon lange. Der Regenwald ist dann wirklich schön, aber es hat mich niemand instruiert, dass der interessante Teil in für mich schwindelerregenden Höhen stattfindet. Aber ich habe auch diesen Regenwald geschafft, fragt mich bitte nicht wie. Ich habe schon viele Regenwälder absolviert, aber bei allen anderen konnte ich einfach normal auf dem Boden herumlatschen.

Fazit: Wir sind sieben Stunden Bus gefahren um anderthalb Stunden Regenwald zu sehen.

Nun sind wir auf dem Weg nach Eden, und übermorgen werden wir leider schon in Sydney ankommen. Also ist das der letzte Bericht von Bord. Den allerletzten Bericht werde ich schon zu Hause schreiben. Dann habt Ihr endlich Ruhe.

Aber, freut Euch nicht zu früh. Die nächste Reise haben wir schon gebucht. Es geht immer weiter…..

What a wonderful world … (by Vreni)

Heute Nacht und bis Mittag hat das Schiff ordentlich gerockt und gerollt. Im Bett war es wie in einer Wiege. Hin und her. Aber super geschlafen. Den Morgenkaffee bis zur Raucherlounge zu bringen war eine echte Herausforderung. Und nur einem netten Kellner ist es zu verdanken, dass es keine grössere Sauerei gab. Er hielt mir die Türe auf, ich mit der nächsten Welle hinein, sofort Kaffee auf den Tisch gestellt und mich auf den Sessel geworfen. Gesittet hinsetzten konnte man dem nicht mehr sagen. Die mir folgende Dame hatte nicht so viel Glück.

Ich bin schon in den neuseeländischen Fjorden, Ihr aber noch nicht. Also der Reihe nach.

Gisborne: strahlendes Wetter und ein sehr ansprechendes Ausflugsprogramm. Zwei Weingüter besuchen, natürlich mit Degustation. Und da wir wenig Zeit haben, verzichten sie netterweise auf die langwierigen Erklärungen wie man Wein macht. So degustieren wir uns in knapp zwei Stunden durch etwa zwölf Weine, nachdem wir zum Frühstück schon Champagner hatten. Die Rückfahrt zum Schiff ist dann entsprechend fröhlich und alle freuen sich auf ein Nickerchen ohne Stress. Denn um 15.00 Uhr müssen wir schon wieder weiter. Und wenn unser, jetzt italienischer Capitano 15.00 Uhr sagt, meint er eher 14.45 Uhr.

Auf nach Wellington.

Wieder strahlendes Wetter und unser Ausflug führt uns der Stormy Coast entlang zu einer Farm. Kaum angekommen, stürzen sich etwa 80 Menschen um 11.30 Uhr auf den angebotenen Kaffee oder Tee, aber vor allem auf die unzähligen süssen Haufen, die da herumstehen. Ich sehe dem Treiben fassungslos zu, schliesslich haben alle bis 09.45 opulent gefrühstückt. Allerdings weiss ich nicht genau, wann so ein Hungertod eintrifft. Aber ich bin mir ziemlich sicher, nicht nach knapp zwei Stunden. Anschliessend werden uns acht Schafe gezeigt. Ich bin überwältigt. Acht Schafe, wow! Dann kommen noch zwei Hunde dazu, die diese acht Schafe im Gehege herumhetzen. Und die Schafe werden sich ihren Teil gedacht haben. So nach dem Motto: Könnt ihr nicht einfach wieder gehen. Wir haben auch Sonntag und möchten uns ausruhen.

Aber die Farm ist superschön gelegen. Der Himmel blau, das Meer weit unter uns blau und der Rest einfach grün. Neuseeland ist wirklich total grün.

Nächster Tag Christchurch. Ausflug High Country Explorer. Dazu fällt mir mal nichts ein. Es ist wirklich erstaunlich. Es kommt dir vor, wie wenn so eine Reise unglaublich schnell vergeht, aber wenn du dich erinnern willst, was vor zwei Tagen war: Keine Ahnung. Das scheint schon ewig her. Jetzt habe ich den Faden wieder gefunden. Gottseidank macht Rémy Fotos, so kann ich immer nachgucken, wo ich denn so war.

Also High Country Explorer. Zuerst eine lange Busfahrt ins Landesinnere, den Bergen entgegen. Aber wenn du nicht Busfahren willst, wirst du immer nur ein beschissenes Hafengelände sehen. Also lieber Busfahren. Der Busfahrer oder die Busfahrerin ist hier in Neuseeland auch gleichzeitig dein Guide. Und ich kann euch sagen, die texten dich einfach zu. Ich weiss nicht, ob die nach Worten bezahlt werden. Irgendwann stellst du auf Durchzug und schaust dir die nette Landschaft an. Und das Englisch, dass sie sprechen ist etwas sehr abweichend vom Englisch, dass ich gelernt habe. Aber Rémy versteht auch nichts.

Angekommen am Rubicon River, sofort wasserdichten Anorak und Rettungsweste fassen und anziehen. Ab auf ein Speedboat. Rémy will natürlich zuvorderst in diesem Geschoss sitzen. Ich sitze mit. Und schon geht’s los. Unser Driver ist supercool und mir schwant Böses.

Die einzige Instruktion die er uns gibt: wenn er mit der Hand über seinem Kopf wedelt, gibt es einen Twister. Das heisst, Füsse gegen das Brett unten stemmen und sich oben am Haltegriff sehr festhalten. Und er ist ein Sadist. Er liebt Twister. Ich bin dann immer nass und die Kreischattacken die ich und mein Bootsgefährte links (nicht Rémy, der sitzt rechts) ablassen, sind durchaus hörenswert. Teenies bei einem Justin Bieber Konzert sind echte Weicheier gegenüber dem, was wir da rumschreien. Dazwischen surft er haarscharf den Felsen entlang, brettert über ganz, ganz kleine Wellen und du meinst, tschüss liebe Welt, das war`s jetzt oder dein Rücken ist jetzt einfach hin. Weil Wasser bei diesem Tempo ist wie Beton. Und immer wenn wir uns entspannen, noch ein Twister! Wir sind sicher eine Stunde unterwegs und ich muss sagen, es war einfach grossartig. Würde ich mit diesem Chauffeur immer wieder machen. Und am nächsten Tag kann ich sogar ohne fremde Hilfe und beschwerdefrei wieder aufstehen.

Wieder zurück auf Rubicon Mittagessen und ab auf einen 4×4 um die Berge zu erklimmen. Geht eindeutig bequemer, als zu Fuss. Meinen Füssen sieht man an, dass sie noch nie so richtig gefordert wurden. Sehen aus wie neu. Das kann man von Rémy`s Füssen nicht behaupten. Also 4×4. Das ist jetzt nicht so aufregend. Halt viel Grün, viele Schafe und den Hügel hoch und wieder runter. Aber es war sehr schön und wir coolten down. Busfahrt zurück und ab nach Hause. Nach so vielen Tagen ist das Schiff einfach dein Zuhause.

Nächster Tag Dunedin: Wir haben den Ausflug“ The Taieri Gorge Railway Experience“ gebucht und freuen uns riesig. Am Morgen alles hastig auf die Reihe gekriegt. Also aufstehen, frühstücken, aufs Klo können (sehr wichtig, denn du weisst nie was dich Klomässig so erwartet), packen was man so brauchen kann und dann ab. Beim letzten Programmpunkt werden wir jäh gestoppt. Der Ausflug wird wegen garstigem Wetter abgesagt. Nicht von der Schiffsleitung aus, aber die Eisenbahnlinie muss von Allerlei freigeräumt werden und ist nicht befahrbar. Und wenn ich nach draussen schaue, es ist echt extremes Wetter. Regnen tut es waagrecht und es stürmt unglaublich. Die Passagiere haben wirklich Mühe, das Schiff zu verlassen. Rémy wagt es dann und ist mit dem Shuttle nach Dunedin gefahren und bringt mir wunderbare Bilder eines wunderbaren Bahnhofes samt stehendem Zug mit. Und es ist halt so wie es ist, erzwingen kannst du nichts. Und trotzdem lebt man weiter. Und das ohne grössere Probleme.

Dafür haben wir dann am Nachmittag Besuch. Thomas und Elisabeth besuchen uns. Das sind der Sohn und die Schwiegertochter von unseren Nachbarn Röbi und Beth in Sala. Wir haben uns bestimmt schon drei Jahre nicht mehr gesehen. Aber in Neuseeland kann man sich ja mal treffen. Und es war einfach schön. Die beiden sind jetzt sieben Wochen in Neuseeland unterwegs und wir werden ihre Reise mit grossem Vergnügen verfolgen.

So, jetzt muss ich wieder Fjorde gucken.