YES Coquimbo, YES Equi Valley, YES Pisco Sour, YES … Pisco in Coquimbo und Wein in Casablanca / Valparaiso (Chile)

R / Auf unserem heutigen Ausflug von Coquimbo ins Weinbaugebiet und Zentrum des Pisco, ins Elqui Valley, wurden wir von der Kindergärtnerin Paula begleitet. Sie erzählte uns schnell viel Wissenswertes über ihr Land. In gutem Englisch und ohne Kunstpausen … Dafür hauchte sie jedesmal zwischen zwei Sätzen ein YES ins Mikrophon 😂

Von Coquimbo aus führte uns erneut eine Busfahrt durch die Wüste, deren Talboden saftig grün leuchtete. Da wachsen Früchte und Gemüse und sehr viele Reben, deren Trauben zum Chilenischen (und wie wir bereits früher erfahren hatten auch Peruanischen) Nationalgetränk, dem Pisco verarbeitet werden. In einer grossen Destillerie im kleinen Dorf Vicunia im Elqui-Tal (da protestierten ein paar Jugendliche auf friedliche Art auf einer Bühne gegen die Ungerechtigkeiten in Chile, das gemäss NZZ im Brand stehen soll – die alte Tante ist auch nicht mehr, was sie mal war und druckt leider auch irgendwelche Meldungen kritiklos ab …) lernten wir da einiges dazu. Es handelt sich um einen Tresterbrand, zusammengesetzt aus fünf verschiedenen Rebsorten, allen voran drei verschiedenen Muskat-Trauben. Von den Einheimischen gerne pur getrunken ist er bei uns hauptsächlich als Cocktail, dem Pisco Sour beliebt. Der übliche Halt an einem handycraft market war wieder mal unnötig aber wenigstens kurz, die gegensätzlichen Eindrücke der uns fremden Landschaft faszinierten dafür umso mehr!

Weil wir von den kürzeren Touren des Typs ‚highlights of this city xxx‘ nicht viel halten, da man jedesmal den Hauptplatz, das Monument einer lokalhistorischen Grösse, das Regierungbebäude, die Stadtbibliothek (alles von aussen) und auch noch ein Allerweltsmuseum zu Gesicht bekommt, wählen wir vorzugsweise jeweils eine längere Tour ins Landesinnere. Das ist logischerweise mit Stunden im Bus verbunden, dafür ergibt sich ein Gefühl für Landschaft und Natur und oft auch für die Menschen, die da draussen leben.

Vreni zog es vor, zuhause auf dem Schiff zu bleiben, und ich begab mich auf Tour, um in Casablanca (das gibt es auch in Chile!) auf einem wunderschönen Weingut in die Geheimnisse des Einheimischen Schaffens einführen zu lassen. Und das hatte sich in sich. Eigentlich bin ich kein grosser Freund des Chardonnays, aber dieser hier war für mich sensationell. Den Carmenère kannte ich noch nicht, aber er überraschte mich angenehm. Der Cabernet Sauvignon war toll, wie auch der zur Vorspeise gereichte Sauvignon Blanc, gefolgt von einem ausgezeichneten Pinot Noir und zum angenommenen Schluss der Syrah! Weil an unserem 10er Tisch neben weiteren Schweizern auch Deutsche sassen, bezirzte ich die Sommelière, uns zu guter Letzt auch noch den Riesling zur Probe zu geben, zum grossen Erstaunen unserer Mitreisenden … Und das hat sich absolut gelohnt!

Die Weiter- und Stadtrundfahrt durch Valparaiso hätten wir uns locker sparen können … Das war vielleicht mal pittoresk, oder man müsste mit mehr Zeit auf Entdeckungsreise gehen können … Aber das was uns da geboten würde, war die Zeit nicht wert!

Dazu muss ich als Fotograf natürlich auch zugeben, dass man es mittels der Tourismuswerbung auch leicht erreichen kann, aus wenig etwas mehr zu schaffen und damit Erwartungen hochzuschrauben … 🤤🤔😢