Und es wurde wieder grün …

V / Vorgestern beim Mittagessen sitzen wir neben einem älteren Paar. Also noch älter als wir. Wir smalltalken dann hin und her. Der Mann sagte zwar keinen Ton aber die Frau wusste unsere Vornamen. Das ist etwas, was mich hier immer an den Rand meiner Fähigkeiten bringt. Egal, ob du beim Essen etwas näher zusammen sitzt oder einen Tisch mit Mitpassagieren teilst, bei Landausflügen in derselben Gruppe bist oder zusammen ein Puzzle machst. Alle Menschen hier stellen sich vor. Nur mit Vornamen, aber immer! Das Schlimme ist, die wissen dann auch für immer und ewig deinen Namen. Und grüssen dich jetzt jedes Mal und hello Verena, how are you und so weiter. Da stehe ich dann da, versuche mein Hirn im Raketentempo auf Höchstleistung zu bringen und ich habe trotzdem einfach keine Ahnung, wie diese liebenswürdigen Menschen heissen und wo sie in mein Leben getreten sind. Natürlich auf dem Schiff! Aber wir sind 600 Passagiere. Und ich lache und schwatze mit jedem. Gottseidank geht es Rémy genau gleich.  Jedenfalls hat dieses nette Paar gefragt, ob  sie uns am 3. Dezember um 18.00 Uhr zu einer kleinen privaten Cocktailparty in ihrer Kabine 1100 erwarten dürfen. Wow, wir haben noch nie eine Cocktailparty in unserer Kabine veranstaltet. Wir haben dann mal o.k. gesagt und nachher sofort im Katalog nachgeguckt, wo Kabine 1100 ist. Das ist der zweitgrösste Kabinentyp. Und von denen gibt es nur zwei auf diesem Schiff. Gestern Abend lag dann die schriftliche Einladung, leider nur mit deren Nachnamen in unsere Kabine und um Bestätigung wird gebeten und so weiter. Jetzt müssen wir nur noch herausfinden wie diese Menschen mit Vornamen heissen.

Aber das nur nebenbei.

Wir reisen ja. Nachdem wir die letzten Tage viel Wüste und karge Sierra gesehen haben, Puerto Montt, Chile. Und da habe ich gemerkt, wie mir in der Wüste einfach die Farben und das Leben fehlt. Wir fahren durch eine wunderschöne Landschaft. Alles grün und alles blüht wie bei uns im Frühling. Die haben ja auch Frühling. Am Osorno Vulkan hat es mich fast weggewindet. Das war wirklich übel. Danach einen wunderschönen Wasserfall besucht und Mittagessen. Leider mit einer sehr unmöglichen und arroganten Lady am Tisch. Ich hätte ihr am liebsten die Suppe ins Gesicht geschmissen. Nächster Tag Puerto Chacabuco, ebenfalls Chile. Tönt fröhlich und wir haben den Ausflug vertiefte Natur gebucht. Wahrscheinlich Regenwald und so. Aber wer braucht schon einen Regenwald wenn es regnet. Vreni nicht. So ist Rémy mutig alleine von dannen gezogen und Vreni hat wieder mal nichts gemacht. Dann endlich mal zwei Tage frei beim Herumfahren in den chilenischen Fjorden. Die sind jetzt nicht unglaublich spektakulär. Ich habe Rémy immer gefragt, sind wir noch im Vierwaldstättersee? Nur, dass ab und zu, also eher selten ein Gletscher zu sehen war. Und wenn einer auftauchte, zu unmöglichen Zeiten. Dann Punta Arenas. Immer noch Chile, ist ein sehr langes Land. Das war ein toller Ausflug. Katamaranfahrt  zu einer Kormoraninsel, zu Robben oder Seelöwen und zu den kleinen Pinguinen. Es ist unglaublich windig. Und dieser extrem kalte  Wind schafft mich langsam.

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