Santos – Guarujà (Brasilien)

R / Neuer Tag, neue Hoffnung, doch noch in Brasilien anzukommen: Santos, der Hafen von Sao Paolo. Bei noch recht anständigem Wetter verabschiedet sich Vreni von mir, sie hat die ‚Highlights of Sao Paolo‘ gebucht, ein achtstündiger Ausflug, viel Busfahrt, Grossstadt … ich freue mich auf ein Bad im Atlantik und fahre darum an die ca. 7-8 km Luftlinie entfernte Guarujà Beach, gleich hinter dem sichtbaren grünen Hügel …

Mit uns liegen 5 Kreuzfahrtschiffe angedockt am riesigen Pier: Pullmantur Sovereign (2524 Pax), Costa Fascinosa (3800 Pax), MSC Sinfonia (2679 Pax) und die gigantische MSC Seaview (5300 Pax), da kommt uns ‚unsere‘ Seven Seas Mariner mit 700 Pax Kapazität gerade wie deren Rettungsboot vor … Da heisst es erstmals per Shuttlebus vom Schiff zum Terminal am Hafenausgang, dann Umsteigen in den richtigen der geschätzt hundert wartenden Tourbusse (ein Ameisenhaufen ist da gleich eine gemütliche Angelegenheit), endlich geht es wirklich los richtung Beach. Die Sonne scheint, es ist heiss und auch schon etwas schwül …

Und dann fahren wir, fahren wir – und fahren noch immer und kommen bei inzwischen bedecktem Himmel und 55 km Fahrt nach 2 1/4 Stunden endlich im berühmten Guarujà an … Hochhäuser, ein festgetretener Strand, 2$-Plastikstühle, der Himmel inzwischen ziemlich bedeckt … super!

Ich marschiere dem Strand entlang hoch und runter, geh auch ins Wasser, möchte gerne das frittierte Seafood bestellen, das da an all den kleinen mobilen Fress-Ständen angeboten wird und ganz lecker ausschaut. Ich scheitere aber zuerst an der lokalen ‚Kellnerin‘ und dann auch noch an unserer Reisebegleiterin deren Englisch-Kenntniss sich mehr oder weniger auch nur auf YES und OKAY beschränken: No Real, no buy … dabei wäre Umrechnen nirgends so einfach wie hier: 4 Brasilianische Real = 1 US $, Rückgeld in Real oder eben als Trinkgeld gerne dagelassen …

Wir haben es uns inzwischen abgewöhnt, lokale Währungen zu wechseln … erstens kann praktisch weltweit zu eher besserem Wechselkurs per Kreditkarte bezahlt werden, zweitens wird vielerorts Bargeld kaum mehr akzeptiert (siehe Skandinavien!) und drittens wird sehr oft Bezahlung in Fremdwährung wie US-Dollar oder auch € gar bevorzugt, da die Landeswährung zum Teil starker Inflation unterworfen ist (in Argentinien dieses Jahr zwischen 50 und 60 % !!!) und nur mit harten Währungen etwas gespart werden kann! Dass bei diesen kleinen Geschäften (ein Bier hier, ein Souvenir dort …) der Wechselkurs zu unseren Ungunsten ausfällt und nur in ganzen Dollar oder Euro bezahlt wird, spielt dann auch keine grosse Rolle …

Nicht so in Brasilien: Da liegt die Inflation momentan unter 4% und gerade dort, wo sonst $ und € gefragt sind (Kioske, Imbissstände, Märkte, Taxis, Souvenirstände etc.), will man hier gar nichts davon wissen! Wäre ich local guide, hätte ich wohl etwas Reserve meiner Währung in der Tasche und würde fragenden Touristen gerne etwas wechseln … aber so geschäftstüchtig ist man hier nicht!

Ein kurzer Rundgang durch die hinter dem Strand liegende Stadt ist auch nicht der Brüller, ein mir nichts sagendes kleines Shoppingcenter (keine Angst, ich ging da gar nicht rein!) und dann mehrere Restaurants, immer zwei davon in Sichtweite quer über die Strasse, eines McDonald’s, das andere jeweils ein Burger King …

Drei Stunden später (an diesem Strand hätte auch viel weniger gereicht) werden wir wieder in den Bus verfrachtet und fahren in nur noch neunzig Minuten wieder 55 km zurück zum Schiff … unser 4-stündige Ausflug an den Strand dauert so halt 6 Stunden – und Zeit für einen Spaziergang durch Santos ist auch nicht mehr genug!

Die nicht so enthusiastischen Kommentare der von der ‚Highlights of Santos‘ Tour zurückkommenden Mitpassagiere versöhnen dann wieder, da war nämlich auch nicht viel Erhellendes dabei … Nur Vreni, nach fast elf Stunden aus Sao Paolo zurück (es hat ihr sehr gut gefallen!), erzählt dann von einem herrlichen Strand, den sie auf dem Rückweg vom Car aus und nur ca. 20 Minuten vom Schiff weg gesehen hat: Vorne unendlich Sand und hinter der Strasse nur grüner Regenwald … Das wäre sicher eine valable Variante (wohl ohne so wichtige Shopping-Gelegeneheit) gewesen !?

Meine Stimmung ist nicht so besonders, diese Art speed dating with Brazil geht mir langsam auf den Wecker, ich bin mir aber bewusst, dass das wohl weniger am besuchten Land liegt, sondern viel mehr mit der mangelnden Fantasie der die Touren planenden Abteilung unserer Reisegesellschaft und deren lokalen Partner zu tun haben muss …

Da kann mich nicht mal mehr das Dessert aufmuntern, viiiiiel zu süüüüsss !

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