Rio de Janeiro (Brasilien)

R / So ganz klar ist die Ansage nicht mehr … irgendwie hat man uns schon von der Liste gestrichen, auf dem Tagesprogramm steht keine Zeit-Angabe zur Einfahrt nach Rio … ich schätze mal, dass 06:00 etwa hinkommen sollte und stelle den Wecker.

Aus unverständlichen Gründen erwache ich um 05:15 und sehe auf dem GPS Tracker, dass wir schon kurz vor der Einfahrt zur Guanabara Bucht liegen, wecke Vreni, rein in die Hose und rauf aufs Deck und siehe da, genau richtig: Links vor uns die Copacabana, dahinter der Corcovado mit Cristo Redentor, rechts der Sugar Loaf … traumhaft, das haben wir schon zweimal so erlebt und auch das drittemal ist es wieder fantastisch!

Wir sind schon in vielen Häfen angekommen, es gibt die, die überhaupt nichts versprechen, solche die schön und einladend wirken und dann ein paar absolut spektakuläre Einfahrten wie eben Rio de Janeiro, Sydney, Capetown, Hongkong – New York und London stehen noch auf unserer Liste … und von vielen anderen möchten wir uns noch überraschen lassen!

Mit leiser Wehmut nehmen wir Abschied vom Schiff, das für 31 Nächte unser Zuhause gewesen ist, packen unsere Koffern und werden auf die Minute pünktlich von Simon hupend in Empfang genommen (er erkennt uns dank unserer Fotos im Facebook-Profil von weitem!), und er versteht es, nicht nur uns sondern auch unser gesamtes Gepäck in seinen Wagen zu verstauen. Vreni hat via Reiseforen Frank Hopfe (fhopfe@gmx.net) ausfindig gemacht, der in Rio persönlich zugeschnittene Touren anbietet und uns, weil selber schon ausgebucht, seinen Kumpel Simon Jochemczyk (WhatsApp: 0055 21 98029 2973) empfohlen hat.

Der Typ ist gut drauf, wir tauschen uns kurz aus: Seine Vorschläge gegenüber unseren Vorstellungen sind schnell in Übereinstimmung gebracht und so beginnt eine unterhaltsame, farbige Tour durch ’sein Rio‘. Der ganze Tag mit ihm von 09:00 bis 17:00 kostet uns übrigend nur knapp soviel, wie Regent uns für die von ihnen arrangierte Taxifahrt direkt zum Fluplatz verrechnet hätte … Vor fünf Jahren ist Simon mit seiner (brasilianisch-deutschen) Frau aus Sindelfingen ausgewandert und hat sich in der Zwischenzeit schon in verschiedenen Jobs an verschiedenen Orten der Grossstadt integriert. Er spricht perfekt Portugisisch, kennt jede Abkürzung, jede Umfahrung, weiss zu jeder Ecke und zu jedem Thema etwas zu erzählen und scheint bei unseren Halts auch fast jede und jeden Einheimischen zu kennen!

Wir starten bei der von einem originellen Künstler geschaffenen Fliesentreppe, dann geht’s zum Ruinenpark (ein ehemaliges Lustschlösschen und heute Kulturzentrum mit bester Aussicht in Santa Teresa), es folgt ein kurzer Spaziergang und Apéro in einer seiner Stammbars im selben Quartier, Ausblick auf auf die wie über die Abhänge gegossenen Favelas. Über Santa Marta eröffnet sich uns ein unglaubliches Panorama über fast die ganze Stadt mit ihren klar durch grüne Gürtel voneinander abgegrenzten Quartieren, Fahrt durch den kühlenden Tijuca Nationalpark und dann noch Lunch in einem seiner bevorzugten Strandrestaurants, nicht an der Copacabana oder in Ipanema, aber am unendlich langen Strand von Barra. Die Seafood-/Fischplatte schmeckt super fein und Simon hat nichts dagegen, die reichlichen Überreste im Doggy Bag nachhause zu bringen … Wein und Champus können wir dazuliefern, haben wir diese beiden Flaschen heute morgen noch ungeöffnet im Kühlschrank unserer Kabine (die Amis sagen dazu vornehm Suite) gefunden!

Pünktlich wie geplant bringt uns Simon via die Avenida Ayrton Senna vom Strand zum Flugplatz … es heisst Abschied nehmen von ihm, von Rio, von Brasilien, von unserer wunderbaren Reise mit so vielen Erlebnissen, Erfahrungen, neuen Bekanntschaften, anderen Ansichten und frischen Einsichten!

Wir sind dankbar, dass wir auch diese Reise, die achte Etappe unserer Erdumrundung, gesund, munter und viel reicher haben erleben dürfen und freuen uns auch wieder ans Heimkommen, an unser Zuhause, Tsunami und Babettli, unsere Familien, Freunde und unseren Alltag! Es ist immer wieder schön, wegzufahren, sich Neuem zu stellen – und dann auch wieder zurückzukehren …

Vreni’s Schlussbericht folgt dann in den nächsten Tagen … sie braucht noch etwas Zeit zum Verdauen (= Verarbeiten) und Buchstaben sortieren!

Danke Dir Vreni für alles, es ist immer schön, mit Dir zu verreisen und all die Erlebnisse mit Dir geniessen und teilen zu dürfen!

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