Punta del Este (Uruguay)

R / Vom Ende der Welt zu den Malvinas (für Argentinien) oder Falkland Islands (Für die Engländer) – ein Seetag zum Lesen und Ausruhen.

Als wir eigentlich schon fast in Sichtweite von Port Stanley angekommen sind, entscheidet Captain Uboldo, dass der Seegang zu stark und die Dünung zu hoch seien für ein sicheres Tendern und wir darum gleich Kurs auf Punta del Este nehmen würden. Schade, aber Sicherheit geht vor.

Wir wären gerne dahin zurückgekehrt, wo wir vor sieben Jahren unsere ersten freilebenden Pinguine kennengelernt und den Pinguin Club gegründet hatten, neue Pins hätten wir auch gerne gekauft … Viel trauriger aber waren einige Engländer, die dahin zurückkehren wollten, wo sie mal im Namen der Krone gekämpft oder gar Angehörige verloren hatten.

Und so dümpeln wir drei Seetage lang weiter Richtung Uruguay. Wenn unser Master etwas mehr drauf hätte (oder die Reederei zustimmen würde ???), hätten wir ja auch Gas geben können und mehr Zeit im nächsten Port of Call verbringen dürfen …

Punta del Este, die Côte d’Azur Südamerikas, überrascht uns. Eine Stadtrundfahrt führt uns durch wunderschöne Parkanlagen mit fantastischen Villen, alles pick fein gepflegt, ohne Mauern oder Zäune. Die meisten (sehr teuren) Immobilien stehen mehr als 9 Monate leer und werden von den Schönen und Reichen nur von Januar bis März genutzt. Die Kriminalitätsrate hier sei praktisch bei null und die Korruption für südamerikanische Verhältnisse sehr niedrig – und die Banken würden (gemäss unserem tour guide Juan) wie in der Schweiz keine Fragen stellen (da muss Juan sein internationales Wissen wohl mal updaten …).

Und dann war da noch die hübsche Geschichte mit dem unvollendeten Trump Tower: Vor Jahren begonnen und jetzt sieht man keinen einzigen Arbeiter mehr … die sollen vom Präsidenten himself aus Punta del Este abgezogen worden und jetzt in Mexico mit Mauerbau beschäftigt sein. Da lachte nicht nur Juan sondern auch der ganze Bus, incl. Gästen aus den USA.

Eine architektonische Meisterleistung einer auf Sand gebauten Brücke, ein kleines Oldtimer Museum und ein Spaziergang durch das noch ziemliche leere Zentrum beschliessen die Tour. Dann vergnüge ich mich bei der Seelöwen Show am kleinen Fischmarkt und zu guter Letzt gehen wir mal ‚auswärts‘ Essen! Nicht, dass wir auf dem Schiff Mangel leiden würden, aber mit der Zeit schmeckt es schon immer wieder ähnlich und die Menükarte (obwohl sehr reichhaltig) ist halt mit (zu) wenigen Ausnahmen (Catch of the Day) immer wieder dieselbe. Jammern auf höchstem Niveau – oder vielleicht auch einfach schon etwas zu vollgefressen und übersättigt …