Porto Belo / Brasilien

R / Nach dem nicht gerade grossartigen Erlebnis Rio Grande setzen wir unsere ganzen Hoffnungen auf Porto Belo, tönt ja schon schön und Wetter und Temperatur sind viel verheissend!

Ein Bus bringt uns vom Hafen in die Stadt – das ist halt nicht anders zu machen: Entweder ist der Ort gross und die Frequenz hoch genug, um einen Hafen mit Kreuzfahrt-Terminal anbieten zu können (da ist dann jeweils auch entsprechend Betrieb!) – oder die Schiffe müssen irgendwo ausserhalb am Cargo-Terminal anlegen (das bedingt dann eine gewisse Distanz zum allenfalls attraktiven Zentrum, die irgendwie überwunden werden muss!) oder die Gewässer vor dementsprechend weniger frequentierten Destinationen sind zu wenig tief und unser Schiff liegt dann vor Anker und es wird getendert. Tender sind nichts anderes als unsere Rettungsboote, die dann zu Wasser gelassen, über die wacklige Gangway mit uns mehr oder weniger beweglichen Passagieren be- und entladen werden – und die Fahrt an irgend einen kleinen Schiffsteg (und später auch wieder zurück) dauert dann halt mal mehr, mal weniger lang.

Nach einer kurzen Fahrt steigen wir um in eine Gondelbahn, von der uns bestens bekannten Firma Leitner gebaut (im Winter beim Skifahren von mir stark frequentiert!) und schon kommt der erste Befehl unserer Tour Guide: Keiner steigt oben aus, wir fahren über den Hügel und auf der anderen Seite wieder hinunter. Die sich öffnende Panorama-Aussicht zeigt uns eine hübsche Bucht mit langem Strand und dahinter liegenden Hochhäusern, Klein-Copacabana, Klein-Ipanema …

Gesagt, getan. Auf der anderen Seite liegt eine viel kleinere, fast zu gut besuchte Bucht mit Strand, endlich Gelegenheit für ein Bad im Atlantik! Und schon schreckt uns der nächste Befehl auf: In zwanzig Minuten geht es weiter! Aus der Traum, das mach ich nicht mit, mich für einen so kurzen Taucher umziehen und dann abtrocknen und den feinen klebrigen Sand zwischen den Zehen wegputzen … Also genehmige ich mir den Saft einer frischen Kokosnuss, immer wieder eine köstlich kühle Erfrischung!

Dass zwanzig Minuten später schon wieder im Befehlston zu uns gesprochen wird, passt der Mehrheit der Gruppe aber überhaupt nicht und ich lasse mich in einen Disput mit der Reiseleitung ein: Aus Zeitgründen fahren wir wieder ohne Stopp (mit Gelegenheit zu einem kurzen Spaziergang mit wenigen Stufen zur Panorama-Aussichtsplattform) zurück, um mit dem Bus rechtzeitig wieder im Frachthafen zu sein … Aller Protest nützt nichts, auch die Regent-Begleiterin macht auf stur und beharrt darauf, dass wir die Verspätung durch Probleme beim Tendern aufholen müssen, damit die nächste Gruppe wieder pünktlich starten kann! Es kann ja nicht sein, dass wir dafür geradestehen sollen, da könnte Ubaldo ja auch eine halbe Stunde später abfahren, es ist ohnehin nicht weit bis zum nächsten Ort … In der Gondel wird es dann laut und die junge Regetn-Tante teilt mir in unanständigem Ton mit, dass ich ruhig sein soll und sie ihren Ausflug gerne geniessen möchte … Dem Frieden zuliebe gebe ich klein bei – und höre dann später am Destination Desk, dass ich nur eine von sehr vielen Gästen gewesen sei, der sich über diesen schlecht organisierten und noch schlechter durchgeführten Ausflug beschwert hätte – nützt mir jetzt auch nichts mehr, aber verschiedene (nicht alle!) Regent-Ausflüge scheinen dieses Jahr nicht dem früher gewohnt hohen Qualitätsstandard zu entsprechen!

Gezwungenermassen geht’s zurück aufs Schiff, guter Lesestoff ist genügend vorhanden und dann kippt auch noch das Wetter und es wird so richtig nass! Die Annäherung an Brasilien hat immer noch nicht stattgefunden …

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