Jetzt wird mal gereist !!!

V / Bevor ich mich ständig im Nirwana meiner Nebenkriegsschauplätze verliere, reisen wir nun ein bisschen. Aber ich finde es halt unglaublich spannend, zuzusehen und zuzuhören was hier so alles abgeht.

Reisen. Und da hole ich jetzt in einem Affentempo und kurz nach.

Ushuaia / Argentinien: Nationalpark und Ende der Welt Zug. Toller Ausflug. Und als wir vor sieben Jahren hier waren, ankommend aus der Antarktis, hiess es noch: Ushuaia, der Arsch der Welt. Wirklich! Heute dürfen sie das nicht mehr so nennen. Es heisst  nur noch: Ushuaia, das Ende der Welt. Leider hat unser Pub nicht offen, aber die andere Kneipe war auch ganz o.k. Super Ausflug und nette Menschen getroffen.

Dann Seetag. Und nichts gemacht

Stanley / Falklandinseln: Die haben wir von ganz Weitem gesehen. Kein Landgang. Zu hohe Wellen. Kein Tendern möglich. Das war für einige englische Passagiere sehr, sehr traurig. Sie haben diese Reise nur gebucht um hierher zu kommen. Um einmal dort zu sein, wo ihre Angehörigen im Falklandkrieg umgekommen sind oder gekämpft haben. Es ist nämlich sehr kompliziert, auf die Falklands zu gelangen. Wir hatten vor sieben Jahren Sonnenschein pur und den heute immer noch aktiven Pinguinclub gegründet.

Zwei weitere Seetage, also total vier. Da merkt man dann schon, dass einige Passagiere den Schiffskoller haben. Wir dümpeln ganz langsam vorwärts und das Wetter ist grau in grau und nicht für’s Pooldeck geeignet. Zu kalt. Dann fangen die Passagiere an, das Haar in der Suppe zu suchen und auch zu finden. Das sind jeweils spannende, sehr emotionale Diskussionen!

Am vierten Seetag hatten wir dann unsere Cocktailparty in Suite 1100. Gottseidank haben sie ein Schild an der Türe, mit Namen und Vornamen. Erste Hürde elegant gemeistert. Die Suite ist schon grösser als unsere. Ein grosses Schlafzimmer, zwei Badezimmer, ein Wohnzimmer und eine sehr beeindruckende Bar. Der Balkon ist aber nur unwesentlich grösser als unserer. Wir waren dann ungefähr zwölf Personen und zwei Pinguine. Also schwarzweiss angezogene Butler. Ein Buffet war aufgebaut, wie wenn halb Südamerika durchgefüttert werden muss. Und das vor dem Abendessen. Und leider wussten die Butler nicht, dass Weisswein kühlgestellt werden muss. Aber es war eine total vergnügliche Sache und seither sind wir mit Marvel und Grant befreundet.

Punta del Este: Rémy ist auf einem anderen Ausflug als ich. Manchmal tut etwas Abstand einer Beziehung ganz gut. Das ist aber nicht der Grund. Rémy wollte Oldtimer mit Stadtrundfahrt und ich Stadtrundfahrt und ein Museum. Wir haben uns aber nach dem Ausflug wieder gefunden und im Hafen zu Mittag gegessen. Sehr gutes Essen und sehr, sehr lustig. Weil, wir verstehen einfach deren  Sprache nicht und sie unsere auch nicht. Aber lesen können wir fast alles. Und so konnten wir doch ungefähr das bestellen was wir wollten.

Montevideo / Urugay: Rémy schwingt sich auf ein Fahrrad und macht eine sehr begleitete Stadtrundfahrt mit dem Velo. Ein Aufpasser vorne, einer hinter der Gruppe. Dazu noch zwei Polizisten als Eskorte. Aber auf Motorrädern. Ich habe mir freigenommen, denn ich bin total erkältet. Weil, gestern war es das erste Mal warm und ich völlig falsch angezogen. Statt auf dem Schiff Mittag zu essen, sind wir dann zu den nahen Markthallen geschlendert und haben dort gegessen. Viele kleine Restaurants und der Fleischberg, der uns serviert wurde war imposant. Leider kann ich kein Fleisch mehr sehen. Dann machen wir eine weitere Stadtbesichtigung zu Fuss. Und am Abend vermeldet Rémy stolz, dass ich 5,6 Kilometer gelatscht bin. Das dürfte Jahresbestleistung für mich gewesen sein.

Buenos Aires / Argentinien: Ha, das war ein Tag. Da unser Ausflug erst am späten Nachmittag stattfindet, hängen wir einfach auf dem Schiff herum. Völlig unmotiviert und zu nichts zu gebrauchen. Keine Lust auf Buenos Aires! Der Ausflug am Abend ist dann total abgefahren. Und wir sind nur sechs Passagiere, die mutig genug waren, dieses Abenteuer zu buchen. Shop for Dinner & Set the Table. Mit Enrique, unserem Betreuer, haben wir das grosse Los gezogen. Ein sehr gebildeter junger Mann, der uns seine ehrliche Sicht über Argentinien erzählt. Zwischen Tourist und dem wirklichen Leben hier kannst du locker den Marianengraben parkieren. Das Gefälle ist enorm. Aber nicht nur hier. Also, wir fahren mal los und unterwegs laden wir eine Frau, samt Sohn und Tochter auf. Es wird uns erklärt, dass das unsere Gastgeber heute Abend sind. Mario, der Mann der Frau stehe zuhause in der Küche und sei schon am Kochen. Nicht vor Wut, sondern für uns alle. Erster Halt bei einem Feinkostcenter und noch etwas einkaufen. Dann um ein paar Blöcke laufen und wir stehen in einer Privatwohnung mit einer riesigen Terrasse. Mitten in der Stadt. Es hat uns umgehauen. Der kleine Sohn ist ein perfekter Barman , die Mama und die Tochter unterhalten uns und auf dem Grill liegen wieder Riesenfleischberge, die Mario schon vorbereitet hat. Nebst vielem mehr. Empanadas und so weiter Wir trinken und essen uns durch einen ungemein anregenden und sehr interessanten Abend. Fünf Argentinier, zwei Australier aus Tasmanien, zwei vom Brexitvolk und wir. Wir hätten ewig weiter diskutieren können, sind aber schon lange über der Zeit. Und unser Chauffeur muss dringend eine Gruppe von einem Tangoabend abholen. Schweren Herzens ziehen wir von dannen. Aber unsere Gastgeber fahren mit uns noch zu einem Pavillon, wo das ganz normale Volk Tango tanzt. So viel Hingabe, so viel Leidenschaft. Ich hätte stundenlang zusehen können. Es war wirklich ein aussergewöhnlicher Abend.

Buenos Aires / Argentinien, zweiter Tag: Heute wollen wir La Boca erkunden. Dafür hatten wir vor sieben Jahren einfach keine Zeit. Das ist das Los eines jeden Kreuzfahrers. Du hast immer nur einen kurzen Blick in ein Land, eine Stadt oder was immer. Wusch, und schon bist du wieder weg. Manchmal bedauerst du das und manchmal bist du auch froh.  La Boca ist farbig, fröhlich, total lebendig und voller Touristen. Hat eigentlich nur vier oder fünf kleine Strassen. Nach einem Aperitif mit Tango in einem anderen Lokal gegessen. Auch mit Tango. Für mich Pizza und für Rémy Tagliatelle mit Seafood. Auch Rémy ist am Ende seines Fleischkonsums angekommen.

Und hier endet unser erster Reiseabschnitt. Und Ihr seid schon fast dort wo ich bin.

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