Halbzeit

V / Gestern, gerade in Ushuaia/Argentinien angekommen, schlendere ich gemächlich über’s Pooldeck um einen Rundumblick zu starten. Auf einem Schiff rennt man nämlich nie. Man geht. Weit bin ich mit meinem Blick aber nicht  gekommen. Links von unserem Schiff liegt ein Gross-Katamaran und der brennt! Umgehend springen vier Menschen in das wirklich eiskalte Wasser und schwimmen vom Katamaran weg und verharren dann.  Besorgt sehe ich, dass noch weitere Menschen auf diesem Schiff sind. Ich gucke dann mal ein bisschen schärfer und irgendwie kommt mir das Feuer komisch vor. Zu orange. Kurz darauf kommen zwei Jet Skies angeratzt und zwei der im Wasser treibenden Menschen hängen sich hinten einfach an und werden abenteuerlich zum Hafen geschleift. Ein Löschschiff kommt ebenfalls und löscht und löscht. Die Hafenbehörden kommen auch und die anderen zwei Menschen werden auch noch gerettet. Gottseidank, es war nur eine Übung. Ich habe dann mit einem Offizier gesprochen und die grösste Angst der Besatzung ist immer, dass Feuer ausbricht. Und nicht dass das Essen für die Passagiere ausgeht. Ich meine dann, dass ich sicher nicht in dieses scheisskalte Wasser springen würde. Formvollendet sagt er, Madame wir sind hier ein Schiff das in so einem Fall vier Optionen anbietet. Erstens, wir haben Rettungsboote. Falls das nicht geht, haben sie die Wahl zwischen mit Rettungsweste in’s Wasser zu springen, zu verbrennen oder mit dem Schiff unter zu gehen und zu ersaufen. Ich glaube, er hat es nicht ganz so drastisch formuliert. Und meistens bist du dann nicht gerade in Hafennähe. Ich finde ja  die Auswahl nicht gerade prickelnd. Und Klaus, unser wunderbarer und unvergessener Hoteldirektor auf den Reisen, die wir mit Star Clippers gemacht haben, sagte mal: Vreni, wenn dieser Fall eintritt, dann wünschst du dir einfach ganz, ganz kaltes Gewässer. Dann geht das Ertrinken viel schneller als in der Südsee. Ich finde, das hat was. Jedenfalls war diese Übung sehr eindrücklich und das wird auch hier ständig geübt. Natürlich dann, wenn fast alle Gäste an Land sind. Wir wollen ja nicht erschreckt werden. Aber das nur nebenbei.

Ich reise ja.  Ich glaube, bis Coquimbo/Chile bin ich mit Euch gekommen. Nächster Tag statt Santiago de Chile San Antonio, und wieder mal keine Ahnung, was da war. Ich glaube, mich zu erinnern, dass ich mir frei genommen habe und nichts unternommen habe. Ich finde auf Rémy’s Blog einfach San Antonio nicht. Macht aber nichts, er datet Euch ja perfekt ab. Ich bin mehr so für die Details zuständig die keinen interessieren.

Dann cruisten wir einen Tag im Pazifik herum. Der Tag kam, der Tag ging. Aber in einem rasanten Tempo. Ab und zu müssen wir ja auch Bücher lesen, uns mit den wirklich netten Mitpassagieren unterhalten, essen, trinken und was man halt so macht.

Und jetzt muss ich leider schon wieder Schluss machen. Um 18.00 sind wir zu einer Tango-Show eingeladen worden. Nur für besonders treue Kunden. Ich muss nämlich noch duschen, die Haare waschen und mich aufmöbeln.

Aber ab übermorgen haben wir zwei Tage auf See. Und dann komme ich vielleicht endlich mal soweit, wie ich sein will!

Anmerkung Rémy 1: Vielleicht kommst Du soweit, wie Du dann wirklich bist 😂

Anmerkung Rémy 2 zum Titel: Es darf wohl mit Nachspielzeit gerechnet werden 😀

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