Fin del Mundo: Ushuaia in Feuerland

R / „Fin del Mundo“ ist der Tourismus-Werbeslogan der argentinischen Stadt Ushuaia. Als wir das erstemal da waren, warb man auch noch mit „Cul de Mundo“ – das braucht ja wohl nicht übersetzt zu werden.

Nachdem ich Vreni am Vorabend versprochen hatte, den Wecker abgestellt zu haben, las ich im neuen Tagesprogramm, dass am frühen Morgen eine tolle Gletscherlandschaft entlang des Beagle-Kanals zu bewundern sei, machte diese Aktion rückgängig und entsprechend nett war dann Vreni’s Morgengemurmel um 06:30 … Ich liess sie weiterschlummern und begab mich aufs Deck:

Bald darauf kam Ushuaia in Sicht:

Noch im Hafen liegend wurden wir Zeugen einer spektakulären Rettungsaktion eines in Brand geratenen Katamarans. Retter preschten auf high speed jet skis durchs 7 Grad kalte Wasser, ein Feuerlöschboot kam dazu … Und viele unserer Mitreisenden wollen richtiges Feuer gesehen haben … die haben allerdings später auch fliegende Pinguine erblickt!

Und schon ging’s wieder auf Tour: Per Katamaran zu den Blauaugen-Kormoranen und Seelöwen, dann weiter in einen prächtigen Nationalpark und schliesslich mit der wieder neu in Betrieb genommenen historischen Gefangenen-Bahn zurück in die südlichste Stadt der Welt am A…. derselben.

Gegründet als Gefängnis hat sich Ushuaia weit entwickelt und ist heute eine betriebsame Drehscheibe für Reisende in die Antarktis oder auch nur für die schier unendliche und fast unberührte Weite Feuerlands und Patagoniens. Schöne Erinnerungen an 2 frühere Besuche kamen auf – nur ‚unser‘ Pub war zu und wirkte gar etwas verlassen …

Auf dem Weg zurück zum Schiff fragten wir eine junge Touristin, ob sie von uns dieses Photo machen würde. Dann stellte sich heraus, dass sie aus Winterthur kommt und momentan die Semesterferien ihres Studienjahrs in Lima feiert – und dann kam auch gleich noch die sie besuchende Freundin dazu … und sie kommt aus Ascona … Manchmal ist die Welt schon klein, und das erst recht am Ende der Welt!

Die weitere Geschichte ist schnell erzählt: Seetag mit Überfahrt zu den Falkland Inseln, kurze Wende weit ausserhalb von Port Stanley. Hoher Seegang, starker Wind und 6-8 Fuss Düngung …

Und Captain Ubaldo entscheidet: Kein Tenderservice verantwortbar und darum direkter Kurs auf Punta del Este, Uruguay!

Das bewirkte hier und dort etwas Frust, da kamen zum Beispiel Engländer nur mit auf diese Kreuzfahrt, um das Grab gefallener Familienangehöriger zu besuchen … Oder dahin zurückzukehren, wo sie während dem Falkland-Krieg gekämpft hatten.

Und die kläglich unterlegenen Argentinier glauben immer noch:

Auch wir waren enttäuscht, aber wir glauben daran, dass die oben auf der Brücke schon wissen, was sie tun.