Buenos Aires

R / Nach 14-stündigem Anschleichen auf dem grossen Rio de la Plata findet Captain Uboldo dann doch noch den Hafen in Buenos Aires. Das Schnellboot soll knapp zweieinhalb Stunden benötigen … Aber RSSC scheint uns einfach keinen Ausgang oder freien Auslauf zu gönnen! Wir verlassen Montevideo schon um 18:00 h und das finden wir nicht so nett.

16 – 17 Millionen Einwohner zählt die Hauptstadt Argentiniens – da bekommen wir schon fast wieder Platzangst und trauen uns kaum vom Schiff. Die Highlights, die uns auf den diversen angebotenen Touren gezeigt werden sollen, haben wir beim letzten BA Besuch schon mindestens zweimal gesehen. Und die riesige Ausdehnung der Stadt macht es Fremden nicht leicht, sich schnell zurechtzufinden und frei zu bewegen, also warten wir auf unsere Tour, ‚Shop for Dinner & Set the Table‘, die erst am späteren Nachmittag startet. Und die entwickelt sich zu einem echten Highlight: Zu sechst + Tour Guide Enrique fahren wir quer durch die Stadt Richtung Norden, da hält der Fahrer kurz an und Sandra steigt mit Mariana und Augustin zu, Umarmungen und Begrüssungs-Küsse, als ob wir uns ewig kennen würden! Wir gehen zusammen einkaufen und landen fröhlich in ihrer Wohnung im 1. Stockwerk eines mindestens 15 Etagen hohen Hauses. Die einzige mit Terrasse, 4 x 20 m gross, angrenzend ans nächste Hochhaus. Augustin mixt uns Fernet-Cola zum Apéro (weniger schlimm als befürchtet), Mario gibt den geübten Master of the Grill und die beiden Damen charmieren und unterhalten sich aufgeregt mit uns 6 Gästen aus Tasmanien, UK und uns beiden Schweizern! Das feine Nachtessen: Rohschinken und Parmesan (wie bei uns), Empanadas, dann Chorizo-Sandwiches, Asada (selbstverständlich schon wieder Beef) und zum Dessert ein hypersüsses Omelett mit Dulce de Leche und Früchten. Zu guter Letzt Tango at its best: Keine Show für Touristen, sondern ganz normale Puertenõs aus dem Quartier, die sich am Freitag Abend zum leidenschaftlichen Tanz im Pavillon des Parks treffen. Dieses Experiment (wir waren die zweite Tour dieser Art) erwies sich als ein wahrer Höhepunkt und es tat allen weh, schon wieder Abschied nehmen zu müssen …

Am zweiten Tag an der guten Luft (Buenos Aires) liessen wir von einem hop on hop off Bus nach La Boca chauffieren, sahen auf der Fahrt dahin halt nochmals die Plaza di Majo, das Drumherum und ein paar Prachtstrassen, Monumente und architektonische Meisterwerke. Dann vergnügten wir uns im farbigen und lauten Gewusel dieses etwas ans French Quarter in New Orleans erinnernden Fleckens, unweit der Bonbonera, des Stadions der Boca Juniors, in dem Diego Armando Maradona gross wurde bevor er zu Napoli wechselte. Ah ja, auch die Wirkungsstätte von Papst Franziskus haben wir kurz gesehen. Vreni hatte dann noch das Glück, bei diesen beiden Grössen gleichzeitig Audienz zu geniessen …