What a wonderful world … (by Vreni)

Heute Nacht und bis Mittag hat das Schiff ordentlich gerockt und gerollt. Im Bett war es wie in einer Wiege. Hin und her. Aber super geschlafen. Den Morgenkaffee bis zur Raucherlounge zu bringen war eine echte Herausforderung. Und nur einem netten Kellner ist es zu verdanken, dass es keine grössere Sauerei gab. Er hielt mir die Türe auf, ich mit der nächsten Welle hinein, sofort Kaffee auf den Tisch gestellt und mich auf den Sessel geworfen. Gesittet hinsetzten konnte man dem nicht mehr sagen. Die mir folgende Dame hatte nicht so viel Glück.

Ich bin schon in den neuseeländischen Fjorden, Ihr aber noch nicht. Also der Reihe nach.

Gisborne: strahlendes Wetter und ein sehr ansprechendes Ausflugsprogramm. Zwei Weingüter besuchen, natürlich mit Degustation. Und da wir wenig Zeit haben, verzichten sie netterweise auf die langwierigen Erklärungen wie man Wein macht. So degustieren wir uns in knapp zwei Stunden durch etwa zwölf Weine, nachdem wir zum Frühstück schon Champagner hatten. Die Rückfahrt zum Schiff ist dann entsprechend fröhlich und alle freuen sich auf ein Nickerchen ohne Stress. Denn um 15.00 Uhr müssen wir schon wieder weiter. Und wenn unser, jetzt italienischer Capitano 15.00 Uhr sagt, meint er eher 14.45 Uhr.

Auf nach Wellington.

Wieder strahlendes Wetter und unser Ausflug führt uns der Stormy Coast entlang zu einer Farm. Kaum angekommen, stürzen sich etwa 80 Menschen um 11.30 Uhr auf den angebotenen Kaffee oder Tee, aber vor allem auf die unzähligen süssen Haufen, die da herumstehen. Ich sehe dem Treiben fassungslos zu, schliesslich haben alle bis 09.45 opulent gefrühstückt. Allerdings weiss ich nicht genau, wann so ein Hungertod eintrifft. Aber ich bin mir ziemlich sicher, nicht nach knapp zwei Stunden. Anschliessend werden uns acht Schafe gezeigt. Ich bin überwältigt. Acht Schafe, wow! Dann kommen noch zwei Hunde dazu, die diese acht Schafe im Gehege herumhetzen. Und die Schafe werden sich ihren Teil gedacht haben. So nach dem Motto: Könnt ihr nicht einfach wieder gehen. Wir haben auch Sonntag und möchten uns ausruhen.

Aber die Farm ist superschön gelegen. Der Himmel blau, das Meer weit unter uns blau und der Rest einfach grün. Neuseeland ist wirklich total grün.

Nächster Tag Christchurch. Ausflug High Country Explorer. Dazu fällt mir mal nichts ein. Es ist wirklich erstaunlich. Es kommt dir vor, wie wenn so eine Reise unglaublich schnell vergeht, aber wenn du dich erinnern willst, was vor zwei Tagen war: Keine Ahnung. Das scheint schon ewig her. Jetzt habe ich den Faden wieder gefunden. Gottseidank macht Rémy Fotos, so kann ich immer nachgucken, wo ich denn so war.

Also High Country Explorer. Zuerst eine lange Busfahrt ins Landesinnere, den Bergen entgegen. Aber wenn du nicht Busfahren willst, wirst du immer nur ein beschissenes Hafengelände sehen. Also lieber Busfahren. Der Busfahrer oder die Busfahrerin ist hier in Neuseeland auch gleichzeitig dein Guide. Und ich kann euch sagen, die texten dich einfach zu. Ich weiss nicht, ob die nach Worten bezahlt werden. Irgendwann stellst du auf Durchzug und schaust dir die nette Landschaft an. Und das Englisch, dass sie sprechen ist etwas sehr abweichend vom Englisch, dass ich gelernt habe. Aber Rémy versteht auch nichts.

Angekommen am Rubicon River, sofort wasserdichten Anorak und Rettungsweste fassen und anziehen. Ab auf ein Speedboat. Rémy will natürlich zuvorderst in diesem Geschoss sitzen. Ich sitze mit. Und schon geht’s los. Unser Driver ist supercool und mir schwant Böses.

Die einzige Instruktion die er uns gibt: wenn er mit der Hand über seinem Kopf wedelt, gibt es einen Twister. Das heisst, Füsse gegen das Brett unten stemmen und sich oben am Haltegriff sehr festhalten. Und er ist ein Sadist. Er liebt Twister. Ich bin dann immer nass und die Kreischattacken die ich und mein Bootsgefährte links (nicht Rémy, der sitzt rechts) ablassen, sind durchaus hörenswert. Teenies bei einem Justin Bieber Konzert sind echte Weicheier gegenüber dem, was wir da rumschreien. Dazwischen surft er haarscharf den Felsen entlang, brettert über ganz, ganz kleine Wellen und du meinst, tschüss liebe Welt, das war`s jetzt oder dein Rücken ist jetzt einfach hin. Weil Wasser bei diesem Tempo ist wie Beton. Und immer wenn wir uns entspannen, noch ein Twister! Wir sind sicher eine Stunde unterwegs und ich muss sagen, es war einfach grossartig. Würde ich mit diesem Chauffeur immer wieder machen. Und am nächsten Tag kann ich sogar ohne fremde Hilfe und beschwerdefrei wieder aufstehen.

Wieder zurück auf Rubicon Mittagessen und ab auf einen 4×4 um die Berge zu erklimmen. Geht eindeutig bequemer, als zu Fuss. Meinen Füssen sieht man an, dass sie noch nie so richtig gefordert wurden. Sehen aus wie neu. Das kann man von Rémy`s Füssen nicht behaupten. Also 4×4. Das ist jetzt nicht so aufregend. Halt viel Grün, viele Schafe und den Hügel hoch und wieder runter. Aber es war sehr schön und wir coolten down. Busfahrt zurück und ab nach Hause. Nach so vielen Tagen ist das Schiff einfach dein Zuhause.

Nächster Tag Dunedin: Wir haben den Ausflug“ The Taieri Gorge Railway Experience“ gebucht und freuen uns riesig. Am Morgen alles hastig auf die Reihe gekriegt. Also aufstehen, frühstücken, aufs Klo können (sehr wichtig, denn du weisst nie was dich Klomässig so erwartet), packen was man so brauchen kann und dann ab. Beim letzten Programmpunkt werden wir jäh gestoppt. Der Ausflug wird wegen garstigem Wetter abgesagt. Nicht von der Schiffsleitung aus, aber die Eisenbahnlinie muss von Allerlei freigeräumt werden und ist nicht befahrbar. Und wenn ich nach draussen schaue, es ist echt extremes Wetter. Regnen tut es waagrecht und es stürmt unglaublich. Die Passagiere haben wirklich Mühe, das Schiff zu verlassen. Rémy wagt es dann und ist mit dem Shuttle nach Dunedin gefahren und bringt mir wunderbare Bilder eines wunderbaren Bahnhofes samt stehendem Zug mit. Und es ist halt so wie es ist, erzwingen kannst du nichts. Und trotzdem lebt man weiter. Und das ohne grössere Probleme.

Dafür haben wir dann am Nachmittag Besuch. Thomas und Elisabeth besuchen uns. Das sind der Sohn und die Schwiegertochter von unseren Nachbarn Röbi und Beth in Sala. Wir haben uns bestimmt schon drei Jahre nicht mehr gesehen. Aber in Neuseeland kann man sich ja mal treffen. Und es war einfach schön. Die beiden sind jetzt sieben Wochen in Neuseeland unterwegs und wir werden ihre Reise mit grossem Vergnügen verfolgen.

So, jetzt muss ich wieder Fjorde gucken.

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