Auf der Suche nach der verlorenen Zeit (by Vreni)

Ankunft in Pago Pago / Amerikanisch Samoa. Ist ein US-amerikanisches Aussengebiet im südlichen Pazifik. Remy ist sofort aufgefallen, dass alle Fahnen, die amerikanischen sowie auch die einheimischen auf Halbmast flattern. Und die beflaggen wirklich alles. So freuen wir uns sehr, denn, weil auf Halbmast heisst, jemand wirklich enorm Wichtiger ist gestorben. Das machen die nicht für jeden. Aber wir werden schwer enttäuscht. Es ist „nur“ ein hochrangiger einheimischer Politiker verstorben. Und leider nicht der Präsident.

So machen wir uns auf. Unser Ausflug „Village Way Of Life“ steht an. Und der Ausflug ist genauso wie er tönt. Der Way of Life hier ist sehr friedlich und gemächlich. Und die Menschen sind unglaublich dick. Die dickste Nation die auf Gottes Acker wandelt. Wirklich. Aber lieb sind sie und sehr, sehr freundlich. Im Village werden wir dann mit einheimischen Spezialitäten herzlich empfangen und Remy und ich haben dann unsere gefühlte siebzehnte Lektion in Sachen „was fange ich mit einer Kokosnuss an“. Und es ist wirklich erstaunlich, überall auf der Welt fangen alle dasselbe mit so einer Nuss an. Auch das Thema, wie bindet man einen Pareo auf einhundertfünfzig Arten ist nationenübergreifend, ebenso die Kakaobohnen. Natürlich nur dort, wo das Zeug auch wächst.

Abschliessend geniessen wir noch etwas einheimische Folklore und umfahren den Rest der Insel mit unserem lustigen Bus. Also, der Bus war lustig. Wir waren k.o. Es ist unglaublich heiss und schwül.

In unserer Kabine liegt dann ein Zettel, dass wir die Datumsgrenze überschreiten werden und wir die Uhren einen Tag und eine Stunde vorwärtsstellen sollen. Somit ist gestern auch morgen. Oder so. Das überfordert uns dann schon etwas. Wir sind heute noch am Studieren, was da abgegangen ist. Ganz begriffen haben wir es nicht, aber wir fügen uns.

Während der Nacht driften wir nach Apia / Westlich Samoa. Wieder eine Inselrundfahrt und das komplette Kokosnussprogramm, BBQ am Meer und Baden. Die Vegetation ist unglaublich schön und richtig sauber ist es. Man glaubt es kaum. Amerikanisch Samoa ist ja eher ein bisschen ein Dreckstall.

Der nächste Tag ist ein Seetag. Endlich mal frei. Und weitergrübeln wie das mit der Zeit eigentlich war. Am späten Nachmittag geht dann in unserer Kabine ein kleiner Tsunami los.

Ein Mechaniker will unseren nicht kaputten Kühlschrank reparieren. Remy hatte das Problem aber schon erkannt und gelöst. Er will sich das aber trotzdem anschauen. O.k. Nur rein in die gute Stube. Remy verzieht sich auf den Balkon und dann passiert alles gleichzeitig. Unsere Kabine füllt sich komplett mit Wasserdampf. Alles ist beschlagen. Und ich stehe blöd da, denn ich will ja nur das morgige Programm lesen. Aber auch meine Brille sieht nichts mehr. Gleichzeitig klingelt das Telefon. In unserer Kabine sei Rauchalarm ausgelöst worden. Rauchalarm? Ich rauche nicht in der Kabine, nie. Bei Todesstrafe verboten. Dem Kühlschrankmechaniker wird das alles etwas zu viel und fluchtartig verlässt er unser Domizil. Im Korridor steht schon der nächste Gast. Ein total besorgter Sicherheitsoffizier. Ob alles in Ordnung sei. Daumen hoch. Ja, klar. Etwas feucht aber er soll sich doch selber ein Bild machen. Er macht sich dann ziemlich lange ein Bild, sicherheitshalber vom Korridor aus. Ich stelle dann mal die Heizung auf volle Touren. Und nach ein paar Minuten können wir wieder sehen. Und im Nachhinein muss ich sagen, Glück gehabt. Normalerweise geht bei Rauchalarm sofort die Sprinkleranlage los und der Feuertrupp fackelt nicht lange, stellt keine Fragen und schäumt dir die Kabine voll. Und du mittendrin. Wir werden dann noch instruiert, dass auch in feuchten Gebieten Balkon zwar ausdrücklich erlaubt ist, aber ganz schnell die Balkontüre auf und noch schneller wieder zu. Denn so eine Klimaanlage verhält sich bei diesen Temperaturen ziemlich zickig.

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