Shanghai / China (20.+21.12.2017)

Es hat ja niemand behauptet, dass es wärmer würde … aber bei der Ankunft in Shanghai war das Oberdeck wegen Glatteis gesperrt! Fleissige Besatzung räumte die gefährliche Unterlage schnellstmöglich weg (wir sind ja hier nicht in Bellinzona!) und  wir konnten erste Eindrücke dieser tollen Skyline festhalten.

HTC-U11_002843_2000pxGleich ging es auf Tour „Shanghai from a lofty perspective“ durch die 17 Mio. Metropole, die sich in den letzten 20 Jahren extrem stark verändert und vergrössert hat. Wir sind aber sehr erstaunt, wie ruhig und friedlich es hier zu und her geht. Kein Gedränge, kein Lärm – der Verkehr auf der Strasse und in den engeren Gassen flutscht einfach. Im Yu Yuan Garden in Shanghais Altstadt  wird zu leiser Musik getanzt, fantasievoll werden Gymnastikübungen mit einer Eleganz und Natürlichkeit ausgeübt, die auf uns fast fremd wirkt. Das alles in ganz normaler Strassenkleidung. Kein Animatoren-Geschrei und Gehopse in grellen modischen Accessoirs wie bei uns, wo all die fast jeden Monat als neuste, geilste, mit wenig physischem Aufwand trotzdem fit und gelenkig machenden Gymnastikübungen unter neuem Namen verkauft werden und manchmal einfach nur lächerlich wirken.

Die Menschen jeden Alters hier scheinen wirklich in sich zu ruhen! Das gilt sicher auch für die älteren Herren, die mit Wasser kaligraphische Werke auf dem Asphalt hinterlassen, von denen bei unserer Rückkehr eine gute Stunde später keine Spuren mehr zu erahnen sind … und die Gärtnerschar, die sich fast andächtig dem Beschnitt eines einzigen Baums widmet: Etwa fünf schauen gebannt und geben Anweisungen, diese fünf wiederum werden von 3 Supervisors kontrolliert wobei einer das letzte Wort hat – und dann darf ein weiteres Ästchen weg. Für uns ein ganz normaler Baum, nicht ein Jahrhunderte alter Bonsai …

HTC-U11_002853_2000pxHTC-U11_002857_2000pxHTC-U11_002859_2000pxHTC-U11_002866_2000pxHTC-U11_002877_2000pxHTC-U11_002881_2000pxIn dieser riesigen Anlage gab’s dann aber auch noch anderes zu sehen: Eine kleine Ausstellung zur Seidenverarbeitung , Jade-Figuren, Touristen-Kram … und farbenfrohe Essstände mit allerlei Auslagen – nur Geld haben wir noch keins, aber hier finden wir endlich eine Bank, schnell hinein, und schon werden wir freundlich aber bestimmt angehalten. Was wir hier wollen? Geld wechseln natürlich. Haben Sie eine Nummer? Was? Hä? Uns wird wort- und gestenreich erklärt, aber wir verstehen nur, dass man ohne diese Nummer keine Yuan bekommen könne, nicht in dieser Bank, aber vielleicht in der Bank of China … aber die finden wir nicht in der Nähe. Frage an unseren Tour Guide Louis: Ja, er wechsle uns gerne etwas, das gehe aber nur mit einem einzigen 100 $ Schein, haben wir aber nicht, da man sonst viellerorts mit Dollarnoten von 20 und mehr Wert nichts ausrichten kann … also keine Futterproben am Strassenstand!

HTC-U11_002896_2000pxHTC-U11_002901_2000pxHTC-U11_002903_2000pxHTC-U11_002907_2000pxHTC-U11_002912_2000pxHTC-U11_002917_2000pxHTC-U11_002920_2000pxUnsere Tour geht weiter, durchs French Quarter und über unglaubliche Strassen-Konstruktionen über die Brücke auf die andere Fluss-Seite zum Oriental Pearl Tower, eines der aus Shanghais Skyline herausragenden Kennzeichen. Mit dem Lift hoch hinauf um tief hinunter schauen zu können, eines unserer ‚musts‘ wo immer wir auch sind. Die Aussicht über die Stadt ist gewaltig, auch wenn um die Mittagszeit der Dunst immer dichter wird. Im Drehrestaurant gibt es ein tolles Buffet mit vielen Spezialitäten und nach dem Essen geht es ein zwei Etagen tiefer auf die Glasboden-Panoramaplattform. Tolle Szenen hoch über dem Boden … nur der offizielle Fotograf hat nicht viel zu tun, unsere heutige Welt dreht sich wohl mehr ums Smartphone als im guten alten Sonnensystem!

HTC-U11_002962_2000pxHTC-U11_002992_2000pxHTC-U11_003000_2000px

Zurück in der Basis dieses nachts herrlich beleuchteten und blinkenden Turms besichtigen wir ein sehr schön aufgemachtes historisches Museum, mit Szenen und Wachsfiguren, die uns die Geschichte der Menschen von Shanghai näherbringen.

HTC-U11_003031_2000pxHTC-U11_003033_2000pxHTC-U11_003044_2000pxHTC-U11_003083_2000pxHTC-U11_003096_2000pxHTC-U11_003106_2000pxHTC-U11_003125_2000pxHTC-U11_003128_2000pxHTC-U11_003131_2000pxNach einem kurzen Spaziergang mitten auf den Strassen zum Fluss kehren wir kurz zurück auf die Voyager um nach einer kurzen Rast zur ‚Shanghai by night‘ Tour zu starten: Wir sehen ein paar bereits bei Tageslicht besuchte Orte nochmals in greller Beleuchtung, als Höhepunkt erweist sich aber selbstverständlich der nächste Turm, der Jinmao Tower, wo wir die nächtliche lightshow aus der 88. Etage bewundern dürfen, fast so eindrücklich der Blick im Innern des Turms, wo man bis in die Lobby des Hyatt Hotels runterblicken kann …

HTC-U11_003178_2000pxHTC-U11_003188_2000pxHTC-U11_003192_2000pxHTC-U11_003199_2000pxHTC-U11_003203_2000pxGrippegeschwächt (älter werden scheint kein Spass zu sein) verzichten wir nach erneuter detaillierter Lektüre auf die ‚Highlights of Shanghai“ Tour am zweiten Tag hier und machen uns per shuttle selbständig auf. The Bund, eine riesige Promenade entlang des Huangpu Rivers lädt zum Spazieren ein. Im Hintergrund immer gut sichtbar unsere Voyager, um uns vor allem Touristen (99% Asiaten), denen ich ab und zu mal eine kleine Freude machen kann, indem ich die ganze Truppe incl. des zum Fotografen verdammten Gruppen- oder Familienmitglieds ablichte. Und dies wohl nicht zur Freude der offiziellen Fotografen, die hier – ausser ein paar Limonadeständen mit immer genau gleicher Auslage – wohl das alleinige Recht und Privileg geniessen, hier in bester Lage Geschäfte machen zu dürfen. Alle gut 100 m steht da ein Wagen auf Rollen, studiomässig ausgerüstet mit Licht, PC und T-Shirt-Drucker oder farbigem Rahmenprogramm, im HG immer die Kulisse des Pudong New Districts. Auf dem Rückweg wird uns dann auch einiges klarer: Mao steht auf hohem Sockel und überwacht von dort aus das ganze Geschehen!

HTC-U11_003207_2000pxHTC-U11_003215_2000pxHTC-U11_003218_2000pxHTC-U11_003221_2000pxHTC-U11_003229_2000pxHTC-U11_003233_2000pxUnd bei einsetzender Dämmerung fährt Master Daniel Green schon wieder los, zuerst rückwärts den Huangpu hoch, dann legt er, als der Fluss breit genug ist, eine flotte Wende hin und weiter geht unsere Reise Richtung Kagoshima, Japan.

Der kurze Besuch in China war ganz anders als die letzte Destination Hongkong … viel ruhiger, gemächlicher, einladender, weniger fordernd! Uns hat Shanghai gefallen, die Kulisse ist unvergleichlich und unvergesslich. Die Menschen hier scheinen ganz anders getaktet zu sein. Kein rücksichtsloses, schnatterndes Gedränge wie wir es uns von chinesischen und anderen asiatischen Touristen bei uns oft erdulden müssen.  Aber die kommen sich bei uns wohl ähnlich verloren vor und halten sich darum an ihrer Reisegruppe fest, wie wir das hier manchmal tun. Auch wenn wir hier wohl kaum verloren gegangen wären, hatten wir doch einen kleinen Spickzettel mit ein paar sachdienlichen Übersetzungen fürs Überleben in China in unserer Tasche mit dabei … ausgegeben am Destination Deck auf unserem Schiff. Aber ob uns Taxifahrer (die scheinbar überhaupt kein Englisch verstehen oder gar sprechen) ohne einheimisches Geld zurückgebracht hätten?

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s