Goooood mooooorniiiiing Viiiiieeeeetnaaaaam !!! (11.-13.12.2017)

Das war frei nach Robin Williams … und eigentlich müsste ich sagen: „Goooood byyyyye Viiiiieeeeetnaaaaam !!!!!“ Wir sind schon wieder ein paar hundert Seemeilen (à 1.8 km) weiter nördlich und werden morgen in Sanya, einer Insel im südchinesischen Meer anlanden …

Vietnam hat uns beeindruckt und sehr gut gefallen! Im Gegensatz zum nicht zufriedenstellenden, zweitägigen Stopp in Bangkok. Dieser resultierte zum Teil durch schlechte Planung und Organisation durch RSSC, zum Teil sicher auch durch unsere nicht optimale Einschätzung der Lage. Der Hafen war einfach viel zu weit von der verkehrsgeplagten 16 Mio. Metropole entfernt. Beim Buchen der Reise war Ankunft im Stadthafen geplant, wir haben die Auswirkungen des Wechsels unterschätzt und wir hätten eine Übernachtung in der Stadt einplanen sollen …

Auch in Saigon herrscht ein herrliches Gewusel auf der Strasse: Auf 8 – 9 Mio. Einwohner sollen etwa 6 Mio. Scooter verteilt sein,  und die meisten davon sind on the move!

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Dazu kommen auch noch Autos, Lastwagen, Velos, Fussgänger und Touristenbusse. Aus der leicht erhöhten Perspektive lässt sich da schön beobachten.

Da gab’s doch diesen Spruch: In England fährt man links, in Europa rechts und in Indien hat man sich noch nicht entschieden. In Vietnam hat man sich entschieden und benutzt alle möglichen Spuren …

Einfach alles wird da transportiert. Babys vor der Brust der fahrenden, rauchenden und telefonierenden Mutter festgezurrt, ganze Warenladungen vor, neben, hinter sich am Motorrad angebunden und gestappelt, vierköpfige Familien, Saigon Girls in sicherlich mindestens 14 cm hohen high heels, rasender Enkel mit Grossmutter hintendrauf – es ist eine Freude, aus sicherer Warte zuzusehen. In 2 Tagen Saigon haben wir übrigens nicht eine einzige gefährlich erscheinende Situation gesehen, phäomenal!

Nha TrangNha TrangNha TrangNha Trang

Am ersten Tag besuchten wir die Tunnels des Vietcong. Sie erstrecken sich nur wenige Kilometer ausserhalb der Stadt, zum Teil dreigeschossig über mehr als 200 km. Sie verbinden Schutzräume, Schützenstellungen, Waffenschmieden, Spitäler, Magazine und Küchen miteinander. Und das unmittelbar unter einer grossen amerikanischen Basis! Die Eingänge sind praktisch nicht zu erkennen, brutale Fallen erschweren das Durchkommen durch den Dschungel! Unser Guide Hoan erklärt uns das alles bestens. Er war bei Kriegsende 5 Jahre alt. In unserer Touristengruppe ist auch ein US-Veteran. Er folgt, in sich zurück gezogen, beobachtet und schweigt lange. Irgendwann trau ich mich doch, ihn anzusprechen. Es ist das erstemal, dass er nach Vietnam zurückkommt. Er war (ungewollt eingezogen weil er nicht ins Gefängnis wollte – mir geht da ‚Hair‘ durch den Kopf) 1962-64 hier im Einsatz. Als ich ihn frage, wie er sich heute fühlt, geht ein Lächeln über sein sonst ernstes Gesicht: „Ich bin glücklich, zurückgekommen zu sein und zu erleben, wie die junge Bevölkerung dieses Landes (mehr als 75% der Bevölkerung ist nach Kriegsende geboren worden) so positiv eingestellt ist und vorwärts schaut.“

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In der Tat, seit Kriegsende und Vereinigung geht’s aufwärts, die Wirtschaft boomt, die seither offiziell Ho Chi Min City getaufte Stadt wird von den meisten wie ursprünglich Saigon genannt, das Stadtzentrum ist herausgeputzt, aber immer noch gibt es überall die Strassenbuden und Märkte. Luxuriöse Hotels und feine Restaurants, Shops, eine normale schnell wachsende Grossstadt eben, mit einem gewissen Charme. Wir beschliessen den Abend mit einer Folkloreshow und einem feinen vietnamesischen Nachtessen! Diese Küche weiss zu gefallen. Und, obwohl man das Gefühl hat, wirklich von allem naschen zu müssen, fühlt man sich nicht so voll nach dem Essen …

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Der zweite Tag führt uns in Kleinbussen hinaus ins Mekong-Delta. Schwimmende Märkte, Wohnhäuser aller Klassen (Vreni wollte fast einen schon fast zerfallenden ‚Rustico‘ am Ufer eines dieser unzähligen Seitenärme des aus China kommenden riesigen Flusses kaufen … Ehrlich gesagt, der Renovierungsbedarf wäre relativ hoch gewesen, aber der Einstandspreis hätte sich sicher stemmen lassen!

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Neben den floating markets gibt es auch sonst viel zu sehen. Die Herstellung von Reispapier (wird zum Einwickeln von Essen verwendet, wer kennt sie nicht, die Frühlingsrollen?). Kokoscaramels in verschiedenen Geschmacksrichtungen, werden von Hand hergestellt und verpackt. Poprice (wie Popcorn) wird in grossen, mit feinstem, die Hitze speichernden Sand gefüllen Pfannen zum ‚Explodieren‘ gebracht – herrlich, wie ein Vulkan anzusehen!

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Um das ganze gut zu verdauen, gibt es auch einen Reiswein, angereichert durch eine in der Flasche untergebrachte Kobra. „Jo!“, heisst Prost auf vietnamesisch, und der Trank soll auch andere Kräfte anregen …

Und dann noch eine Antwort auf eine vielgehörte Frage: „Nein, wir modernen Vietnamesen essen unsere Hunde nicht, das sind ja unsere Haustiere, werden von der ganzen Familie geliebt und haben auch einen Namen. Wir essen nur die Hunde unseres Nachbarn …“

Den Asiaten wird ja ganz allgemein nachgesagt, dass sie alles essen würden, was sich auch nur irgendwie bewegt. Auf den Märkten und den Street Food Ständen haben wir allerdings nichts erkennen können, was uns aus den Schuhen gehauen hätte. Vorwiegend Enten, Hühner und Schweinefleisch, Fisch, Seefood in allen Varianten und viel, viel, viel Gemüse und Früchte aller Art – und Hauptnahrungsmittel No. 1 ist und bleibt wohl trotz vereinzelter McDonalds, KFC und dergleichen der von allen geliebte Pappreis.

Nach knapp zwei Tagen Saigon, hiess es schon wieder Abschied nehmen. Das ist halt eben das Schicksal von Kreuzfahrern: Ankommen, Geruch aufnehmen und kaum gefällt es dir, musst du schon wieder abdampfen … Hat, wie ein paar Tage vorher erlebt, manchmal auch seine Vorteile!

Aber der nächste Stopp war nochmals in Vietnam: Nha Trang, eine Tourismus-Destination ein paar hundert Kilometer weiter nördlich, natürlich an der Küste gelegen.

Liam, ein etwas hektischer Guide, der sich gerne wiederholte und dessen Geschnatter unsere Ohren schon etwas strapazierte, erzählte uns begeistert über Land und Leute, Kultur und überhaupt! Vermutlich gehen alle Touristenführer in dieselbe Schule … Es war aber trotzdem lustig und wir erfuhren auf unserer ‚Rural Tour Nha Trang‘ einiges über Wasserbüffel und Reisanbau. Leider waren die Büffel angebunden und schauten einer Bauernfamilie beim Erde Hacken zu. Die Agronomie wird auch hier modernisiert und es seien heute immer mehr Maschinen im Einsatz, aber die haben wir leider nicht in action und auch sonst nicht gesehen. Und so rural wie wir uns das vorgestellt hatten, war die Gegend dann auch nicht … eher so Typ Reisfelder in Seebach oder Schwammendingen … dafür nicht zu weit weg von Dorftempel (für alle Religionen gemeinsam und friedlich genutzt) und einer in einem wunderbar ruhigen, schönen Park eingebetteten farbenprächtigen Pagode (Buddhisten).

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Ausserdem wurden wir in die Kunst des Webens eingeführt: Mit den getrockneten und verschieden eingefärbten Halmen des Reises werden hüsche Matten gewoben.

Die drei Tage Vietnam haben uns fasziniert und gut gefallen, da könnte man wieder mal hin, weiter ins Landesinnere, weg von den Grossstädten – und bevor die Fortschritte der Zivilisation den letzten Winkel erreicht haben …

Jetzt geniessen wir einen verdienten Seetag, wir fahren spürbar nordwärts, die feuchte Hitze lässt nach, es ist äusserst angenehm – und bald wird es kühler, wir wissen schon, dass gegen Ende unserer Reise winterliche Temperaturen herrschen werden – andere Mitpassagiere scheinen keine Ahnung davon zu haben …

 

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