Auf dem Weg zum Ziel – Vrenis Schlussbericht

Rémy hat ja alles Wissenswerte schon in unserem Blog gepostet.

Aber da auch mein Kopf Ordnung braucht und meine Ansichten nicht immer deckungsgleich mit anderen Ansichten sind, hier nun Vrenis Impressionen.

5. Januar 2017 Cairns/Australien. Cairns muss man nicht unbedingt gesehen haben. Hat aber den kürzesten Zugang zum Great Barrier Reef. Wahrscheinlich halten wir darum hier. Vom einen Schiff auf das andere, einen Riesenkatamaran umgeladen fahren wir ca. 2 Stunden zum Riff. Und mit uns etwa 150 Mitpassagiere. Und eigentlich kann ich es kurz machen. Da sind kleine Marinas, von wo aus man die verschiedenen Wassersportaktivitäten machen kann, Schnorcheln, Tauchen, Halb-U-Boot fahren, Glasbodenboot und Helikopterflüge. Immerhin habe ich den bisher kleinsten Flugplatz gesehen. Nicht mal für 1000 Dollar zu meinen Gunsten wäre ich in den Heli eingestiegen. Obwohl, es wäre die einzige Möglichkeit gewesen, die Grösse dieses Riffs zu erfassen. Wir waren ja nur an einem kleinen Eckchen. So machte jeder sein Ding und gegen Ende des Aufenthaltes wurden wir mit einem gigantischen Wolkenbruch belohnt. Da eh schon alle nass waren, spielte das aber keine Rolle. Und der Regen war ja warm. Abends hatten wir dann keine Lust, Cairns zu erkunden. Da gab es auch nichts zu erkunden.
Am nächsten Tag, wir haben ja in Cairns übernachtet, wurden wir in einen Dschungelzug gesetzt, der uns hoch nach Kuranda brachte. Die Fahrt war schön und die Leute sind fast ausgeflippt als sie einen Wasserfall sahen. Wenn ich zuhause den Gartenschlauch aufdrehe und ihn über einen Felsen hänge ist der Wasserfall grösser. Aber ich freute mich, dass sich alle freuen. Oben angekommen wurden wir schon wieder umgeladen. Ich kam mir langsam vor, wie eine Postsendung die immer weiterverschickt wird. In einem Amphibienfahrzeug erkundeten wir wieder einmal einen Regenwald und anschliessend durften wir die Wildtiere Australiens sehen. Da waren freilaufende Kängurus, die wahrscheinlich ihre Tagesration Valium schon intus hatten. Koalas, die wegen Touristen keinen Aufstand mehr machen und in hässlichen Gehegen langsam ihren Eukalyptus mümmelten und allerlei Echsen, bei denen ich froh war, dass sie ein Gehege hatten.
Zurück auf dem Schiff mussten wir endlich mal unsere Wäsche machen. Das heisst, wir mussten so viel Wäsche in den Wäschesack stopfen wie nur rein ging. Als sogenannte Goldmembers hatten wir nämlich einen Sack Wäsche pro Woche kostenlos zugute. Und ich kann stolz vermelden, wir brachten 42 Teile rein.
7. Januar 2017 Townsville/Australien. Heute waren die Ureinwohner Australiens dran. Die Aborigines. Am Morgen schleppte ich mich zum Pooldeck hoch, las das Programm und beschloss, die Ureinwohner in Ruhe zu lassen. Diese Hitze und Luftfeuchtigkeit, immerhin seit Kambodscha, machte mich nur noch fertig. Rein körperlich ist diese Reise die anstrengendste, die wir je gemacht haben. Und ich bin froh, dass wir sie jetzt machen. In zehn Jahren weiss ich nicht, ob ich das nochmal hinkriegen würde. Rémy kam dann vom Ausflug zurück und meinte lapidar, da hast du echt nichts verpasst.
9. Januar 2017 Brisbane/Australien. Vom Schiff aus gesehen gefällt mir Brisbane sehr gut. Heiss ist es immer noch aber die Luftfeuchtigkeit hat sehr nachgelassen. Wofür wir alle äusserst dankbar sind. Heute haben wir eine Flusskreuzfahrt auf dem Programm. Aber zuerst wurden wir durch Brisbane gefahren, dann auf einen Hügel, damit wir runtergucken können. Und was wir sahen gefiel uns sehr. Grün, sauber und halt eine junge Stadt. Australien ist ja auch noch sehr jung. Die Flusskreuzfahrt war dann eine Flusskreuzfahrt und wir waren beeindruckt von diesen tollen, gepflegten und sauteuren Häusern entlang des Flusses. Abends hätten wir dann Freigang gehabt, da wir hier übernachten. Aber langsam sind unsere Batterien etwas im Notstand und wir wollen uns das letzte Aufbäumen für Sydney aufsparen.
Der nächste Tag brachte uns einen Ausflug auf den Mount Tamborine. Zuerst in einem 4×4 Geländewagen in der Feuerschneise hoch zum Berg. Tolle Fahrt durch Eukalyptuswälder, leider ohne Koalas. Natur pur. Und einen gesunden Rücken sollte man für so eine Fahrt auch mitbringen. Oben angekommen machten wir wieder mal ein Regenwaldtrekking. Nach der Tempelmüdigkeit stellt sich nun langsam auch eine Müdigkeit betreffend Regenwälder ein. Der Guide war aber grosse Klasse. Völlig verschwitzt und k.o. kamen wir 5 Minuten nach unserem Trekking abrupt im Jetzt und Hier an. Gleich neben dem Regenwald war eine Shoppingmeile die sogar echtes deutsches Schaffen anbot. Schwarzwälder Kuckucksuhren!
Abschliessend hatten wir ein wirklich nettes BBQ irgendwo im Niemandsland und durften Bumerange werfen. Da muss ich allerdings noch etwas üben. Und Weinverkostung war auch noch.
12. Januar 2017 Sydney/Australien. Um 06.00 Uhr würden wir die Oper von Sydney passieren vermeldete unser Kapitän und da wollen natürlich alle dabei sein. Leider waren wir um 06.00 Uhr schon an der Oper vorbei und diejenigen die Punkt 06.00 antrabten zogen lange Gesichter. Wir waren etwas früher dran und haben sie gerade noch gesehen.
Um 09.00 erfolgte der Rauswurf vom Schiff und gegen 10.00 Uhr waren wir im Hotel und hatten grosses Glück. Unser Zimmer war schon frei. Was für ein tolles Zimmer. Immer das Opernhaus sehend und praktisch unter der Brücke. Wir trödelten ein bisschen herum, genossen den Balkon und sogar die Zimmerverwüstung ging schleppender voran als auch schon. Es war so schön, mal keinen Programmpunkt zu haben. Aber nach einer Weile rafften wir uns auf und ab auf den Hopp-on Hopp-off Bus. Die rote Linie. Beim Kauf der Fahrscheine sahen wir, dass man ab 60 Jahren Senior ist und eine Vergünstigung kriegt. Aber leider hatte ich meinen Ausweis im Hotel. Aber Rémy meinte, wir versuchen es. Er erklärte der netten Dame, dass ich schon 61 bin aber leider kein Ausweis. Die Dame musterte mich einen Augenblick und sagte o.k. Das hat dann mein Selbstwertgefühl etwas getroffen. Etwas mehr Widerstand wäre schon angebracht gewesen.
Am nächsten Tag absolvierten wir die blaue Linie des Busses und landeten an der weltberühmten Bondi Beach. Eine nette Strandkneipe, gutes Essen und tolles junges Personal. Wie übrigens überall in Australien. Alles Studenten die sich den Lebensunterhalt auch irgendwie verdienen müssen.
Den dritten Tag hatten wir für die Oper reserviert, da unser Abflug erst um 22.00 war. Was für ein imposantes Gebäude. Ich war hin und weg. Wir buchten dann eine Führung und unser Guide lebte die Oper. Soviel Herzblut. Auch die Geschichte, bis die Oper dann mal stand ist ja unglaublich. Wir genossen diesen Tag und das einzige was mich total nervte, am Abend vorher war im grossen Konzertsaal ein Gig mit Led Zeppelin (Stairway To Heaven) und ich wusste es nicht. Sydney Opera hat mich monatelang mit allem bombardiert, was bei ihnen so läuft, seit ich mich da mal eingeloggt habe. Aber das haben sie mir nicht gesagt. Ich könnte jetzt noch weinen. Denn der grosse Konzertsaal ist einmalig mit einer unglaublichen Akkustik. Und Rémy mag Opern überhaupt nicht. Aber dieses Konzert hätte er nicht abgelehnt. Ja nu!
Abends hiess es dann Abschied nehmen. Sydney hat uns total gefallen und wir hätten es schon noch etwas ausgehalten.
Der Flug nach Doha/Katar war dann etwas merkwürdig. Wir flogen gut 14 Stunden immer in die Nacht hinein. Es wurde nicht eine Minute hell. Und die 6 Stunden nach Zürich waren dann noch ein Hüpferchen. Und es war hell. Und nach einem sehr schönen Mittagessen mit Karl, unserem Schwager, kam noch der 30-Minutenflug nach Lugano. Gianni holte uns am Flugplatz ab, brachte uns sicher nach Hause und 30 Minuten später waren wir schon im Bett.
Und die Katzen hatten dann eine lustige Woche. Einer von uns war immer wach. Egal um welche Zeit.
Und hier endet meine Geschichte. Die Geschichte der fünften Etappe einer Weltumrundung per Schiff.

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Heimflug (15.01.17)

Und dann hiess es Abschied nehmen … Von Australien und den Ferien …

Zwischen Sydney und Doha war es einfach schwarze Nacht!

Weil es so schön wirkt wechselten wir beim Abflug über Qatar in den schwarz/weiss-Modus:

Über Ungarn und den österreichischen Nord-Alpen bis nach Zürich war es dann wirklich weiss:

Und dann wurde es schon wieder Nacht und trotzdem farbig …

So ‚trümmlig‘ wie diese letzte Bildstrecke fühlten auch wir uns nach 14 (Sydney-Doha) + 3 (Doha Airport) + 6.5 (Doha-Zürich) + 5 (Zürich Airport) + 0.5 (Zürich-Lugano) Stunden Heimweg …

Brisbane / Australien (09./10.01.17)

BRISBANE / AUSTRALIEN

Nächste Annäherung an Australien: Brisbane …

BRISBANE / AUSTRALIEN

Zuerst wurde es bei der Einfahrt den Brisbane River hoch zum Hafen einfach mal kurz dunkel … Der Highway 1 folgt dem Verlauf der Küste und umrundet den gesamten australischen Kontinent. Mit etwa 13.600 Kilometern ist er die zweitlängste nationale Straßenverbindung weltweit …

In Brisbane machten wir, so blöd sind wohl nur Kreuzfahrt-Passagiere, eine River Cruise mit einem Schaufelraddampfer den Brisbane River runter und dann auch wieder hoch … Tolle Wohnquartiere an bester Lage, fast jede dieser Villen (architektonisch extrem vielfältig von viktorianisch bis top modern) hat einen eigenen Bootsteg und man spürt förmlich, dass die Aussis Wasser und Wassersport über alles lieben. Das immer noch heisse aber etwas trockenere Klima trug wohl auch dazu bei, dass wir uns richtig wohl fühlten und sich unsere Lust auf Australien merklich steigerte!

Da sich nun nach drei Wochen Gourmet-Essen (manchmal auch etwas Gourmand …) ein gewissen Völlegefühl breit macht und unsere Anlegestelle doch etwas gar weit von downtown Brisbane entfernt lag, genossen wir den Abend nicht in der Stadt sondern auf unserer Voyager bei einem herrlichen Barbecue auf dem sun deck …

Am zweiten Tag stand ein Ausflug mit Geländewagen zum Mt. Tamborine an – eine schöne Fahrt auf einer Brand-Bekämpfungspiste durch einen natürlichen Eukalyptus-Wald. Die wenigen gemäss Guide dort lebenden Koalas liessen sich aber nicht blicken. Landschaft und toll gepflegte Wohngegenden im Nationalpark gefallen uns. Die kurze Wanderung durch den Regenwald ist interessant und zeigt uns neue Einblicke und die guten Erklärungen unseres Reiseführers erhellen mich ein wenig betreffend meines nicht so richtig überspringenden Funkens bezüglich der Natur. Wir sind es uns gewohnt, in der uns bekannten Natur zu leben, uns frei zu bewegen, ohne Furcht vor giftigen Pflanzen und gefährlichen Tieren! Ich liebe die Natur und fühle mich dort bestens aufgehoben – und frei. Ob in Mittel- und Südeuropa, in Skandinavien, Schottland, Island, bei unseren Expeditions-Kreuzfahrten in die Arktis und Antarktis, sogar in Südafrika und auf Safaris fühlten wir uns sicher! Aber hier ist das anders, überall scheinen (für uns) unsichtbare Gefahren zu lauern. Man soll die halbwegs gesicherten Pfade nicht verlassen, nichts Unbekanntes (und für uns sind fast alle die hier gedeihenden Pflanzen mehr oder weniger unbekannt) berühren, Schlangen scheinen überall zu leben, die Flüsse sind voller Krokodile – vielleicht ist es dieses Gefühl, das mich verunsichert?

BRISBANE / AUSTRALIEN

Dann waren die beiden Tage Brisbane schon wieder vorbei, wir Australien endlich etwas näher gekommen und beim Auslaufen den Brisbane River runter richtung Pazifik passierte es dann … wir rammten die Brücke des Higway 1 !

Zum Glück nur optisch, wie das zufällig entstandene Bild zeigt. Kommt davon, wenn ein Profi-Fotograf mit seinem Smartphone fotografiert und dabei vergisst, die Panorama-Aufnahmen-Einstellung auszuschalten … Vielleicht hätte ich die mitfotografierenden Mitreisenden fragen sollen, ob sie mir ein Bild schenken würden!

Townsville / Australien (07.01.17)

TOWNSVILLE / AUSTRALIEN

Townsville … nächste Station … da gibt es wenig zu sagen: Fahrt durch Monokulturen (Zuckerrohr / Eukalyptus) und dann Besuch der „Mungalla Aboriginal Cattle Station“, tönt doch gut, gehört aber nicht zu den 1000 Orten, die man vor dem eigenen Tod gesehen haben muss!

Nachkommen James Cassadys, eines Pioniers, der sich vor gut hundert Jahren hier niedergelassen hatte, versuchen alte Zeiten weiterleben zu lassen. Cassady war einer der wenigen Einwanderer damals, der es schaffte, mit den seit 45’000 Jahren in Mungalla heimischen Nywaigi Aboriginal People in Harmonie zusammenzuleben und ihre Kultur zu respektieren. Die Leute waren sehr nett und glauben an ihre sicher gute Sache …

Didgeridoo-Show mit Tanzeinlage, Präsentation alter Jagdutensilien und Versuche im Boomerang-Werfen (meiner kam nicht nur zurück, er flog weit hinter uns weg und landete in einem von den jungen Cassadys vom überall wuchernden Liliengewächs befreiten Kanal) und ein Ausflug zum alten Standort des Herrenhauses mit Rundgang auf einem eben angelegten Bio-Lehrpfad waren die Höhepunkte des Ausflugs.

Fast hätte ich es vergessen: Ein weiterer Höhepunkt war das unter der Erde langsam gegarte Mittagessen – aber ob man dafür 2 x 2 Stunden Bus fahren muss?

Australien hat mich immer noch nicht … aber weiss ich eigentlich, was ich von diesem so vielversprechenden, weit entfernten, unendlich grossen Kontinent erwarte? Eigentlich sind es nur Aussagen von Leuten, die schon dort gewesen sind und bei ihren eigenen Erinnerungen fast in Ekstase geraten: ‚Australia is great‘, ‚Australia is awesome‘ etc. etc.

Geben wir uns Zeit, wir haben ja noch zwei Häfen vor uns, Brisbane und Sydney … Es ist doch das Erlebte, die Menschen die man trifft, eigene Erfahrungen, die schliesslich ein für jeden Einzelnen ein eigenes Bild eines Ortes hinterlassen, den man besucht hat!

Cairns / Australien (05.-06.01.17)

CAIRNS / AUSTRALIEN

Cairns – Great Barrier Reef! Die zweite Chance für Australien, unser Herz zu erobern …  Unsere (vielleicht zu hohen) Erwartungen werden massiv unterboten … Nach einer eineinhalbstündigen Fahrt mit einem riesigen Katamaran erreichen wir das riesige Jetty  (eine riesige im Riff verankerte Plattform von der Grösse von vielleicht vier aneinandergereihten Tennisplätzen), welches die Basis für fast jede erdenkliche Wassersport-Aktivität, Restauration etc. bietet. Ich schnorchle und unternehme mit Vreni zusammen eine Fahrt in einem halben U-Boot. Einige Thunfische und ein paar andere kleinere Fischlein und glücklicherweise noch intakte Korallen (Befürchtungen, dass das zu warme Meerwasser denen in Kürze stark zusetzen könnte, sind allgegenwärtig) habe ich an anderen Orten (auch ohne tauchen zu müssen) schon bedeutend schöner und vielfältiger gesehen …

Die Stadt Cairns selber hat halt das Gesicht einer jungen Stadt im Nirgendwo und lädt nicht mal zu einem Spaziergang ein, da tut das nicht besonders tolle Wetter (dafür, dass Monsunzeit ist, haben wir aber grosses Glück und werden nur ganz selten mal kurz nass) wohl auch noch etwas dazu. Am reichlich befrachteten Crab Leg Teller am Abend im Prime 7 gab es dann nichts zu meckern …

CAIRNS / AUSTRALIEN

Am Tag darauf ging es mit der pittoresken Kuranda Scenic Railway (wurde für die Minenarbeiter während dem Gold Rush gebaut) in den Rainforest Nature Park, wo wir mit Army Ducks (Amphibien-Fahrzeuge, die z.B. bei der grossen Invasion in der Normandie während dem 2. Weltkrieg die unzähligen Soldaten ans französische Land brachte) den Regenwald unsicher machten und dann in einem kleinen Zoo den mehr oder weniger gefährlichen Tieren vorgeführt wurden: Herzige Wallabi, in Zeitlupe fressende Koalabären, bissige Krokodile, hochgiftige Schlangen und andere uns unbekannte Spezies …

Australien – Papua Neu Guinea – Australien (04.01.17)

Australien, der letzte Kontinent der mir noch fehlte. Die Ankunft in Darwin war nicht so berauschend. Tiefe Wolken, grau und Regen. Ich hätte da schon ein anderes Willkommensprozedere erwartet. Vreni geht schliesslich nicht jeden Tag nach Australien. Aber es ist Monsunzeit. Was wir übrigens wussten.

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Darwin ist unser erster Anlaufhafen in Australien. Gebucht haben wir den Ausflug Crocodile Jumping. Da Darwin sonst wirklich nicht viel hergibt. Ich habe keine Ahnung warum wir überhaupt hier sind, vielleicht mussten wir Futternachschub für`s Schiff laden. Die Fahrt zu den Krokodilen war nicht gerade atemberaubend. Total flache Gegend, die ewig gleichen vier Pflanzenarten und eben, sehr nass. Aber wir hatten Glück. Kaum waren wir an dem Fluss mit den Krokodilen, wurde es um einiges freundlicher. Wir wurden dann auf ein Schiff umgeladen und die Krokodile waren artig und machten das Touristenprogramm gottergeben mit. Sie sprangen so hoch wie sie konnten um die Leckerbissen zu ergattern. Sind schon eindrückliche Viecher. Nur mit der Zahnhygiene nehmen sie es nicht so genau. Grauenvolle Gebisse. Es ist aber wahrscheinlich egal, ob du von einem hässlichen oder schönen Gebiss zermalmt wirst.

Ein weiterer schöner Seetag und wir waren in Port Moresby/Papua Neuguinea. Neuland für sehr viele Mitreisende und natürlich auch für uns. Und was wir so vom Schiff aus sehen, gefällt uns gut, sogar sehr gut. Das Schiff wurde sehr schnell freigegeben und wir können pünktlich unseren Ausflug „Papuan Coastal Villages“ starten. Abgepackt in Portionen zu ca. 12 Passagiere pro Kleinbus fahren wir zuerst durch ein Fischerdörfchen. Dabei muss man bedenken, wir waren ein Konvoi von sicher 20 Vans und hatten kaum Platz in diesen Dörfchen.  Aber die Menschen waren ausser sich vor Freude. Sie winkten alle begeistert, lachten und ich glaube, ich fühlte mich noch nirgends auf der Welt als Tourist so willkommen. Unser örtlicher Reiseleiter war auch eine Nummer für sich. Wir wurden schon im Vorfeld darauf hingewiesen, dass der Tourismus hier noch in den Kinderschuhen steckt. Ich würde sagen, der hat noch nicht mal Schuhe gesehen. Jedenfalls hat unser Tourguide seinen Job so verstanden, dass uns beim Einsteigen in den Van zählen muss (11 Personen) und nach dem rund 4-stündigen Ausflug beim Aussteigen nochmals  (11 Personen). Somit war der Job zu seiner vollsten Zufriedenheit erledigt. Kein Schwund. Und dazwischen hat er kein Wort, ich schwöre, keinen einzigen Laut von sich gegeben. Aber wir sind ja schnell von Begriff und immer wenn angehalten wurde stiegen wir brav aus dem Bus mit nicht mal einer kleinen Ahnung was wir hier sehen und auch keiner Ahnung wann wir wieder antraben sollen. Aber der Ausflug war toll und wir hatten sehr viel Spass.

Über Nacht wurden wir von unserem Chauffeur, sprich dem Schiffsführer nach Alotau, immer noch Papua Neuguinea gefahren. Gleiches Kleinbusballett für die Ausflüge und ein lokaler Reiseführer der reden konnte. Und der hat sich echt Mühe gegeben, bis er nach ca. einer Stunde erschöpft war und sich seinem Mobile Phone gewidmet hat. Was wir aber ohne Murren hinnahmen. Wir waren auch erschöpft. Schlussendlich, nach vielem Irren und Wirren, weil keiner den Weg dahin wusste (2 kleine Kinder sagten dann unserem  Van-Konvoi wo`s langgeht), fanden und besuchten wir ein sogenanntes Village. Der Ausflug hiess auch „Village Experience“. Es war wirklich eine Experience. Wir waren mindestens 200 Menschen, die etwa 4 kleine Hüttchen anguckten, nun wissen wie Sago produziert wird  und im Schlamm herumstapften. Weil kurz vorher ein Wolkenbruch niederging. Monsun!

Aber ich muss sagen, Papua Neuguinea hat Rémy und mir total gut gefallen. Und unseren Mitreisenden auch. Was für liebenswerte Menschen. Und was für ein schönes Land.

Nun sind wir auf dem Weg zurück nach Australien. Morgen haben wir The Great Barrier Reef auf dem Programm.

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